Autobauer: Daimler will täglich bis zu 140.000 Schutzmasken produzieren
An dem Standort sollen bald Schutzmasken gefertigt werden.
Foto: BloombergMünchen. Nach VW und BMW will nun auch Daimler eigene Atemschutzmasken im Kampf gegen das Coronavirus herstellen. Konkret plant der Stuttgarter Auto- und Lastwagenbauer an seinem Standort in Sindelfingen bis zu 140.000 Masken pro Tag zu produzieren, erfuhr das Handelsblatt aus Konzernkreisen. „Wir haben eine Maschine gekauft, um Atemschutzmasken zu produzieren“, bestätigte eine Unternehmenssprecherin, ohne weitere Details zu nennen.
Die Anlage zur Fertigung der Masken soll binnen weniger Wochen einsatzbereit sein, verlautet aus Konzernkreisen. Im Anschluss an die Fertigung sollen die Produkte zum Nasen- und Mundschutz in das Daimler-Zentrallager in Germersheim in Rheinland-Pfalz gebracht werden und von dort aus an die einzelnen Fabriken und Verwaltungsstandorte des Konzerns rund um den Globus verteilt werden.
Masken, die der Mercedes-Hersteller nicht direkt für den Eigenbedarf seiner 300.000 Mitarbeiter weltweit benötigt, sollen der Allgemeinheit zugutekommen und etwa an Gesundheitseinrichtungen gespendet werden, heißt es in Konzernkreisen.
Pkw-Produktion ab Montag
Der schwäbische Dax-Konzern will am kommendem Montag nach einem wochenlangen Shutdown in ausgewählten Werken wieder damit beginnen, Motoren, Batterien und Fahrzeuge zu produzieren. Im Zuge des gestaffelten Anlaufs laufen zunächst die Bänder in den Powertrain-Fabriken an, danach folgt die Pkw-Fertigung in Sindelfingen und Bremen sowie den Van-Standorten.
Um seine Beschäftigten zu schützen, fährt Daimler die Bänder aber nur langsam an, gearbeitet wird vorerst im Einschichtbetrieb. In den Werken gilt ein Sicherheitsabstand von 1,5 Meter. Schichtübergaben, Gruppengespräche oder Workshops sollen weitgehend über Skype oder Schichtbücher organisiert werden. Das Angebot in den Kantinen ist limitiert, die Ausgabe von Essen und Besteck erfolgt ausschließlich über das Restaurantpersonal.