Discount-Zertifikat: Die Schwankungen der Wirecard-Aktie bieten ungewöhnliche Renditechancen
Anlageprofis halten sowohl eine Rally als auch einen massiven Absturz der Wirecard-Titel für möglich.
Foto: dpaDüsseldorf. Die hohen Schwankungen bei der Wirecard-Aktien sorgen für ungewöhnliche Konditionen bei den Discountern. Das beste Beispiel liefert ein Papier der DZ Bank (WKN DF5J5V). Das Derivat, das sich auf die Aktie des Online-Zahlungsdienstleisters Wirecard bezieht, hat einen Cap von 15 Euro bei einer Laufzeit von rund fünf Monaten. Erst wenn die Aktie von aktuell rund 83 Euro unterhalb dieser Schwelle fällt, also rund 80 Prozent einbricht, sinkt die Rendite des Zertifikats von derzeit 12,4 Prozent im Jahr. Der Discounter wird aktuell bei 13,94 Euro gehandelt.
Solche ungewöhnlichen Renditechancen sind möglich, weil die Volatilität der Wirecard-Aktie extrem hoch ist. Sie liegt mit einem Wert von 105 Punkten für die kommenden 30 Tage mehr als dreimal so hoch wie beim Dax selbst. Zum Vergleich: Die Vola für den Dax liegt hier gerade mal bei 33.
Eine solche implizite Volatilität wird mittels gehandelter Terminkontrakte an der Terminbörse Eurex berechnet. Anlageprofis halten demnach eine Rally oder einen massiven Absturz der Wirecard-Titel für möglich. Die Kennzahl zeigt das mögliche Ausmaß der Bewegung auf, aber keine Richtung.
Allein über 3000 Discountzertifikate bezogen auf die Wirecard-Aktien, also mit Basiswert Wirecard, werden an der Börse Stuttgart gehandelt mit verschiedensten Ausgestaltungen. Bei einer Laufzeit von weniger als fünf Wochen können Anleger etwa mit einem Discounter (WKN: DDW1BA) noch eine Rendite von 4,8 Prozent erzielen – das wären mehr als 43 Prozent im Jahr. Voraussetzung: Die Aktie darf am 17. Juni 2020 nicht weniger als 50 Euro kosten.
Diesen besonderen Chancen stehen zwangsläufig erhebliche Risiken gegenüber. Denn der Dax-30-Wert erlebt angesichts von Vorwürfen über Unregelmäßigkeiten im Geschäftsablauf extreme Kursausschläge. Druck bekommt die Aktie zudem von einer anderen Investorengruppe: Hedgefonds spekulieren massiv auf fallende Kurse.
Sollten sie recht behalten, könnte auch Wirecard weiter abstürzen und extrem schwanken. Mindestens rund ein Zehntel der frei handelbaren Wirecard-Aktien oder 12,83 Millionen Aktien sind in Händen von Leerverkäufern, wie aus Daten des „Bundesanzeigers“ hervorgeht. Ihre Spekulationen lösen Verkäufe, aber auch immer wieder massive Käufe aus.