Gewinnbeteiligung: Bedrohte Dividenden: Bei welchen Unternehmen Aktionäre um die Ausschüttung zittern müssen
Vor allem bei den Autowerten dürften die Dividenden sinken.
Foto: BloombergDüsseldorf. Anlegern liefern Dividenden dieses Jahr ein Wechselbad der Gefühle: Einerseits lässt jedes vierte Unternehmen in den vier wichtigsten deutschen Börsenindizes, das sind neben dem Leitindex Dax der M-, Tec- und SDax, seine Dividende ausfallen. Andererseits sinkt die Summe aller Ausschüttungen um nur rund zehn Prozent auf insgesamt 44 Milliarden Euro. Das kann in Corona-Zeiten schon als Erfolg gelten.
Der Grund: Dividenden-Bewahrer wie Siemens und BASF liegen hierzulande im Trend – zumindest mehr als die Anhänger von Streichungen wie etwa Triebwerkhersteller MTU oder Adidas.
In Deutschland bleiben die Ausschüttungen damit stabiler als im Rest Europas. Dort rechnet der britische Vermögensverwalter Janus Henderson angesichts der Ertragseinbrüche bei vielen Unternehmen mit einem Rückgang von bis zu 35 Prozent auf insgesamt 933 Milliarden Dollar. Zum Vergleich: 2019 waren es noch 1,4 Billionen Dollar.
Allerdings drohen im nächsten Jahr weitere Einschnitte bei den Ausschüttungen. Commerzbank-Analyst und Dividendenexperte Andreas Hürkamp geht davon aus, dass die Coronakrise viele Unternehmen zwingen wird, ihre Dividenden erneut zu kürzen: „Für das Geschäftsjahr 2020 erwarten wir einen weiteren Rückgang um elf Prozent.“ Damit würde die Dividendensumme im Dax von 34,5 Milliarden Euro in diesem Jahr auf knapp 31 Milliarden Euro sinken. Das wäre das Niveau von 2016. „Vor allem im Autosektor werden die Dividenden stark sinken“, orakelt Hürkamp.