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BilanzskandalDie ersten Kunden von Wirecard suchen nach anderen Partnern

Der Uber-Rivale Grab legt seine Kooperation mit dem Zahlungsdienstleister auf Eis. Auch andere Firmen prüfen ihre Zusammenarbeit mit den Aschheimern. 24.06.2020 - 09:48 Uhr

Das Handelsblatt berichtete schon am Dienstag, dass die geplante Kooperation mit Wirecard wackelt.

Foto: Bloomberg

Singapur. Nach dem milliardenschweren Bilanzskandal bei Wirecard wenden sich große Kunden von dem Zahlungsdienstleister ab. Der asiatische Mitfahrdienst Grab erklärte am Mittwoch, die Partnerschaft mit Wirecard bis auf Weiteres auf Eis zu legen.

Der Konzern aus Aschheim bei München hatte im März vereinbart, künftig Zahlungen für den Uber-Konkurrenten abzuwickeln. „Wir haben noch nicht mit den Integrationsarbeiten für die Wirecard-Partnerschaft begonnen und unterbrechen die Partnerschaft bis auf Weiteres“, sagte ein Grab-Sprecher in Singapur. Das Handelsblatt hatte bereits am Dienstag berichtet, dass die Kooperation auf der Kippe steht.

Auch der französische Telekomkonzern Orange werde bei seiner Tochterfirma Orange Bank in Kürze auf einen neuen Zahlungspartner umschwenken, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf Insider. Ein Orange-Sprecher lehnte eine Stellungnahme ab. Die Zusammenarbeit beider Firmen reicht mindestens bis 2013 zurück.

Der niederländische Arm der Fluggesellschaft Air France-KLM prüft nach Angaben eines Sprechers die Lage. Die Londoner Onlinebank Revolut Ltd. hat sich laut Bloomberg entschieden, Kunden auf einen anderen Anbieter umzustellen, um Probleme beim Service zu vermeiden.

Ein Sprecher des Kreditkartenanbieters Mastercard erklärte, das Unternehmen verfolge die Entwicklung bei Wirecard. Es wollte sich zu den Gesprächen mit einzelnen Kunden aber nicht äußern. Eine Sprecherin des Mitbewerbers Visa sagte, man beobachte weiterhin, was vor sich gehe.

Wirecard hat nach Angaben auf seiner Internetseite mehr als 313.000 Firmen als Kunden. Der Zahlungsanbieter aus Aschheim bietet seine Dienste in 26 Ländern an.

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Der in den vergangenen Jahren stark gewachsene Zahlungsdienstleister hatte Anfang der Woche eingeräumt, dass ein bilanziertes Vermögen von 1,9 Milliarden Euro auf Konten in Asien aller Wahrscheinlichkeit nach gar nicht existiert. Verhandlungen mit Banken zur Wirecard-Rettung laufen nach wie vor auf Hochtouren.

Der Konzern aus dem Münchener Vorort Aschheim steuert nicht nur das bargeldlose Bezahlen via Smartphone oder Kreditkarte an der Ladenkasse und in Onlineshops, sondern übernimmt auch für Händler das Ausfallrisiko von Zahlungen. Experten fürchten schon seit Längerem, dass Wirecard wegen des Skandals nicht nur die Anleger, sondern auch Kunden davonlaufen.

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