Bilanzskandal: Klagen auf Schadensersatz: Was Wirecard-Investoren jetzt machen können
Der Dax-Konzern steckt tief in einem Bilanzskandal, die Aktie ist auf Talfahrt.
Foto: BloombergBerlin, Düsseldorf. Es sind nur wenige Monate vergangen, doch den Aktionären der Wirecard AG dürfte die Zeit wie eine Ewigkeit vorgekommen sein. Im September 2019 wurde die Aktie mit mehr als 150 Euro bewertet, inzwischen notiert sie unter fünf Euro.
Nach einer Hochrechnung der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) könnten bis zu 250.000 Investoren von den Werteverlusten betroffen sein. „Viele dieser Aktionäre sind vergleichsweise jung, gut gebildet und technikaffin. Sie haben die Produkte von Wirecard selbst genutzt und an die Zukunft geglaubt“, sagt Daniel Bauer, der Vorstandsvorsitzende der SdK.
Daneben zeichneten zahlreiche Anleger die Wirecard-Anleihe oder diverse Zertifikate. Während die Anleihe wegen ihres Nennwerts von 100.000 Euro überwiegend von professionellen Investoren nachgefragt wurde, dominieren bei der Aktie Privatanleger.
Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Ex-Manager wegen des Vorwurfs der Marktmanipulation, des Betrugs und der Fälschung von Bilanzen. Der vorläufige Insolvenzverwalter Michael Jaffé aus München versucht, für die Gläubiger möglichst viel des eingesetzten Kapitals zu retten.