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Verdacht des MilliardenbetrugsEx-Wirecard-Vorstand Marsalek vom BKA öffentlich zur Fahndung ausgeschrieben

Die Behörden suchen per Plakat und „Aktenzeichen XY... ungelöst“ nach dem ehemaligen Vertriebsvorstand des Dax-Konzerns. Vorwurf: Milliardenbetrug. 13.08.2020 - 00:35 Uhr aktualisiert

Wiesbaden. Im milliardenschweren Bilanzskandal beim Dax-Konzern Wirecard fahndet das Bundeskriminalamt (BKA) öffentlich nach dem flüchtigen Ex-Vertriebsvorstand Jan Marsalek. Der österreichische Manager war bis Juni 2020 Vorstandsmitglied bei Wirecard, einem Dienstleister für bargeldlose Zahlungen an Ladenkassen und im Internet.

„Aufgrund der derzeitigen Ermittlungsergebnisse wird ein Aufenthaltsort des Gesuchten im Ausland für sehr wahrscheinlich gehalten“, teilte das BKA am Mittwoch in Wiesbaden mit. Auch in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY... ungelöst“ wurden die Zuschauer um Hinweise zum Aufenthaltsort des 40-Jährigen Österreichers gebeten.

Marsalek wird verdächtigt, zusammen mit anderen Beschuldigten die Bilanzsumme und das Umsatzvolumen durch Scheingeschäfte aufgebläht zu haben, um so das Unternehmen finanzkräftiger und für Investoren und Kunden attraktiver darzustellen. Die Ermittler verdächtigen ihn des besonders schweren Falls der Untreue und des gewerbsmäßigen Bandenbetrugs. Die Münchner Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass Banken und Investoren über drei Milliarden Euro verloren haben könnten.

Wirecard hatte Scheinbuchungen in Höhe von mutmaßlich 1,9 Milliarden Euro eingeräumt, die der Konzern in seiner Jahresbilanz 2019 auf der Habenseite bilanzieren wollte - das Ergebnis wahrscheinlich nicht existierender Luftgeschäfte mit Subunternehmern in Südostasien und im Mittleren Osten.

Gegen Marsalek erließ das Amtsgericht München am 22. Juni einen Haftbefehl. Wenige Tage später meldete Wirecard Insolvenz an.

Die weltweite Fahndung nach Marsalek blieb bisher erfolglos. Medien berichteten Mitte Juli, er könne sich in Belarus oder Russland aufhalten. Der ehemalige Vorstandschef Markus Braun und der frühere Finanzvorstand Burkhard Ley sowie andere Manager sitzen dagegen schon seit Ende Juli in Untersuchungshaft.

dpa, rtr
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