BCG-Studie: Coronakrise nützt digitalen Vorreitern
Starke Unternehmen nutzen Digitalisierung verknüpft in vielen Bereichen.
Foto: obsHamburg. Zwischen Unternehmen, die bei der internen Digitalisierung weit vorangekommen sind, und solchen, die hinterherlaufen wird die Lücke durch die Coronakrise immer größer. Das ist das Ergebnis einer Studie, die die Unternehmensberatung BCG dem Handelsblatt vor Veröffentlichung zur Verfügung gestellt hat.
Demnach haben die Vorreiter bei der Digitalisierung weltweit bereits ihren Börsenwert aus dem Februar 2020, also vor Beginn der Krise, leicht überschritten. Unternehmen, die sich bei der Digitalisierung nur durchschnittlich oder unterdurchschnittlich fortgeschritten sehen, werden hingegen noch immer unterhalb des Aktienwerts aus dem Spätwinter gehandelt.
Für ihren „Digital Acceleration Index“ haben die Berater weltweit Manager von knapp 2.300 Unternehmen befragt. Sie sollten in verschiedenen Punkten eine Einschätzung über ihr Unternehmen abgeben. Demnach ist der Anteil digital gut gerüsteter Unternehmen in den untersuchten asiatischen Staaten insgesamt am höchsten. Eingeflossen sind Daten von Unternehmen aus China, Singapur, Japan und Malaysia. Europa liegt im Mittelfeld, Nordamerika in der Selbsteinschätzung quer durch die Branchen zurück.
Digital fortgeschrittene Unternehmen könnten beispielsweise besser auf Unterbrechungen der Lieferketten reagieren, meinen die Studienautoren. Wichtig sei, die Felder Technologie, Personal und Ergebnisse im Unternehmen zu verknüpfen. Solche Unternehmen verzeichneten deutlich mehr Wachstum und Gewinn. Als eine Schlüsseltechnologie sieht BCG dabei Künstliche Intelligenz.
Viele Unternehmen verknüpften ihre Strategie zwischen Technologie, Personalführung und Marktbearbeitung nicht ausreichend, sagte BCG-Experte Michael Grebe. Dabei zeige sich klar, dass digital fortgeschrittene Unternehmen, die die Studie „Bionic Companies“ nennt, besser durch die Krise kämen.