KI-Start-up: Wie Augustus Intelligence die Millionen seiner Investoren verbrannte
Andere Start-ups beginnen in der Garage, Augustus Intelligence residiert an der Nobeladresse.
Foto: ReutersSan Francisco, Düsseldorf. Prinz Stefan von und zu Liechtenstein meldet den Investoren am 9. Oktober 2020 schlechte Nachrichten. Augustus Intelligence habe seine „Belegschaft signifikant reduzieren und sich neu fokussieren müssen“, schreibt der Beiratsvorsitzende des deutsch-amerikanischen Start-ups.
Eine „Jahrhundert-Pandemie“ habe „die Weltmärkte und viele Volkswirtschaften ins Ungewisse geworfen“, erklärt der Adelige aus dem Fürstentum, im Hauptberuf dessen Botschafter im Vatikan. 29 Mitarbeiter hat das Unternehmen nach Handelsblatt-Informationen entlassen, fast die Hälfte der verbliebenen Belegschaft.
Doch mit der Pandemie hat das nur bedingt zu tun. Das 2018 von dem studierten Mediziner Wolfgang Haupt gegründete Unternehmen ist in der Amthor-Affäre ebenso berühmt wie berüchtigt geworden. Wenn Haupt sein Geschäftsmodell erklären sollte, prahlte er von Künstlicher Intelligenz, Sprach- und Gesichtserkennung. Ein deutsches Palantir schien da zu entstehen oder gar ein Google.
Mit solchen Versprechen hat das Unternehmen 34,5 Millionen Dollar eingesammelt – auch von ahnungslosen Investoren. Das zeigen Dokumente, die dem Handelsblatt vorliegen, und Gespräche mit zahlreichen Ex-Mitarbeitern und Investoren.