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Morning BriefingWarum der Trumpismus mit Trump nicht enden wird

Christian Rickens 09.01.2026 - 06:01 Uhr
Morning Briefing

Eric Trump über mögliche Trump-Nachfolge: „30 Leute, die es könnten“

vor 51 Min.
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Liebe Leserinnen und Leser,

dass es Eric Trump ums Geschäft geht, zeigt sich in jedem Winkel seines Büros in Palm Beach. Der Sohn von US-Präsident Donald Trump leitet gemeinsam mit seinem Bruder Donald Jr. das Firmenimperium der Präsidentenfamilie. Von seinem Schreibtisch aus blickt Eric Trump auf eine schwarze Schrankwand, in der Familienfotos und rote MAGA-Kappen aufgereiht sind. Den Weihnachtsbaum im Foyer schmücken Miniaturhochhäuser aus Plastik.

Eric Trump (li.), Handelsblatt-Reporter Laurin Meyer im Gespräch: Interview in Palm Beach Gardens in Florida unweit der Präsidentenresidenz Mar-a-Lago. Foto: Handelsblatt

Im Interview mit unserem US-Unternehmensreporter Laurin Meyer zeigt sich schnell: Der Trump-Sohn ist nicht nur Manager, sondern auch ein politischer Kopf – und sein Weltbild entspricht weitgehend dem des Vaters:

Über die Zukunft der deutschen Wirtschaft sagt Trump Junior:

Deutsche Unternehmen müssen gegenüber chinesischen Unternehmen äußerst vorsichtig sein. Denn die chinesische Automobilindustrie zerstört die deutsche Automobilindustrie, und zwar sehr, sehr schnell.

Über die Militärinterventionen seines Vaters:

Mein Vater ist der größte Kriegsgegner. Er fand den Irakkrieg schrecklich, er fand den Afghanistankrieg schrecklich. Gleichzeitig glaube ich nicht, dass irgendjemand denkt, dass Donald Trump nicht handeln wird. Er tut genau das, was er sagt.

Über den nächsten Führer der MAGA-Bewegung:

Es gibt 30 Leute, die es könnten, und das auch noch bemerkenswert gut. J.D. Vance ist ein toller Kerl. Ich finde Marco Rubio unglaublich talentiert. Es gibt viele junge Leute in der Partei, die großartig wären. Es gibt Leute in unserer Familie, die das könnten.

Über seine eigenen politischen Ambitionen:

Ich glaube, ich könnte etwas bewegen in der Politik, wenn ich mich jemals dazu entschließen würde. Ich bin mir nicht sicher, ob das im Moment das Richtige für mich ist.

Ein Interview, das mir vor allem zeigt: Der Trumpismus wird wahrscheinlich nicht mit der zweiten Amtszeit seines Urhebers enden. Eher gilt, was „Zeit“-Journalist Holger Stark schreibt: Die Geschehnisse in den USA gleichen einem „68 von rechts“ und werden die Welt ähnlich nachhaltig prägen, wie es einst die „echten“ 68er von links her taten.

Hier lesen Sie das vollständige Interview mit Eric Trump.

Trumps Amerika: Nichts ist, wie es einmal war. Und niemand ist mehr sicher. Trump wirkt wie entfesselt. Foto: Handelsblatt

Keine bedingungslose Solidarität mit Dänemark

Die Einschätzung, was Trump und seine Ideologie für Europa bedeuten, ändert sich gerade mit rasender Geschwindigkeit. Bislang bestand die Hauptsorge darin, dass die USA sich aus der Nato zurückziehen und Europa in einer Konfrontation mit Russland alleinlassen könnten. Nun ist die Sorge plötzlich eine andere: dass die USA mit einer Militäraktion gegen Grönland die Europäer dazu zwingen könnten, ihrerseits die transatlantische Partnerschaft aufzukündigen.

Denn wenn es in Grönland hart auf hart käme, wäre ja wohl klar, dass unser Platz bedingungslos an der Seite des Nato- und EU-Partners Dänemark wäre, oder?

Hallo? Das wäre doch klar, oder?

Wer in den europäischen Hauptstädten (mal abgesehen von Kopenhagen) derzeit diese Frage stellt, erntet vor allem eines: dröhnendes Schweigen. Europäische Kritik an den amerikanischen Drohungen gegen Grönland – ja, die gibt es. Aber deswegen gleich ein Ende der Nato in den Raum zu stellen, wie es die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen getan hat? Eher nicht.

Lieber versucht man es mit interessengeleitetem Pragmatismus. „Es ist jetzt wichtiger denn je, alle Kontakte zu den USA, besonders in den Kongress, zu nutzen“, sagt der Transatlantik-Koordinator der Bundesregierung, der SPD-Abgeordnete Metin Hakverdi:

„Auch die amerikanischen Sicherheitsinteressen in der Arktis sind legitim, die Bedrohung durch Russland und China ist real.“

Fazit: Im reifen Alter von 250 Jahren sind die USA unter Trump in ihre verspäteten Flegeljahre gekommen. Europa rätselt über den richtigen Erziehungsstil – und ist in Wirklichkeit doch weitgehend machtlos. Den amerikanischen Doppelkontinent dominieren die USA ökonomisch schon lange, wie unsere Grafik zeigt. Jetzt wollen sie dort auch geografische Grenzen verschieben. Unser Freitagstitel analysiert die Folgen.

Reiner Haseloff (CDU), Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt: Er gibt sein Amt wohl ab. Foto: Carsten Koall/dpa

Haseloff macht Platz

Für die regierende CDU wird es knapp bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September. Um die Wahlchancen seiner Partei zu verbessern, greift Ministerpräsident Reiner Haseloff nun zu einem Mittel, das er bislang abgelehnt hatte: Er will sein Amt vorzeitig an den CDU-Spitzenkandidaten Sven Schulze übergeben. Der Wechsel soll bereits neun Monate vor den regulären Landtagswahlen stattfinden. Zuerst hatte die „Mitteldeutsche Zeitung“ berichtet.

Die Koalitionspartner SPD und FDP müssen dem Wechsel allerdings zustimmen und Schulze Ende Januar zum Ministerpräsidenten wählen. Wie der Newsletterdienst „Table Briefings“ berichtet, sollen beide Parteien dafür bereits ihre Zustimmung signalisiert haben.

Eigentlich hatte Haseloff geplant, das Bundesland bis zur Wahl zu regieren. Nun soll aber offenbar Schulze, der als deutlich weniger populär als Haseloff gilt, einen Amtsbonus für die Landtagswahlen erhalten.

Proteste im Zentrum von Paris: Die Bauern haben es bis zur Nationalversammlung geschafft Foto: AFP

Happy End nach 25 Jahren

Die schier endlose Geschichte des Mercosur-Abkommens könnte heute ihr Happy End erhalten. Zwar will Frankreich das Freihandelsabkommen der EU mit dem südamerikanischen Staatenbund Mercosur ablehnen. Auch Irland will dagegen stimmen. Da die Europäische Kommission jedoch die Unterstützung Italiens gewonnen hat, dürfte das Abkommen bei der heutigen Abstimmung dennoch angenommen werden.

Das von Ländern wie Deutschland und Spanien unterstützte Abkommen benötigt eine Mehrheit von 15 EU-Mitgliedern, die 65 Prozent der EU-Bevölkerung vertreten. Das wäre mit einer Zustimmung Italiens erreicht.

Dadurch entstünde nach 25-jährigen Verhandlungen die größte Handelszone der Welt mit mehr als 720 Millionen Menschen. Sie würde fast 20 Prozent der Weltwirtschaft und mehr als 31 Prozent der globalen Warenexporte umfassen. Zu Mercosur gehören Argentinien, Brasilien, Paraguay, Uruguay und Bolivien.

Am Donnerstag hatten französische Landwirte aus Protest gegen eine mögliche Unterzeichnung mit Traktoren die Zufahrtsstraßen nach Paris und Sehenswürdigkeiten blockiert.

Risikosport Schneeschaufeln

Es gehört zu den unangenehmeren Momenten in diesen schneereichen Tagen: Während man selbst noch im Bademantel und mit Kaffeetasse durchs Fenster linst, schaufelt der Nachbar bereits im Tempo einer menschlichen Pistenraupe den Gehweg frei. Jetzt müsste man eigentlich auch … ach, wenn es draußen doch nur nicht so kalt und dunkel wäre!

Der innere Schneeschaufel-Schweinehund bekommt nun medizinisch hochwertiges Kraftfutter in Form einer Warnung von Christina Magnussen, stellvertretende Direktorin der Klinik für Kardiologie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf. Beim Schneeschaufeln handele es sich zum einen um „schwere, oft ruckartige körperliche Arbeit, die viele Menschen nicht regelmäßig ausüben“.

Zum anderen verenge die Kälte die Blutgefäße. Dadurch steigt der Blutdruck, und das Herz muss das Blut gegen einen größeren Widerstand pumpen. Magnussen warnt:

Unter der akuten Mehrbelastung kann es zu einer Minderdurchblutung des Herzmuskels kommen – im schlimmsten Fall zu einem Herzinfarkt.

Nie fiel es mir leichter, eine gesundheitliche Warnung ernst zu nehmen. Wie gut, dass heute in Hamburg die Schule ausfällt und die Kinder dringend etwas zu tun brauchen.

Ich wünsche Ihnen einen wohlig-winterlichen Wochenausklang.

Herzliche Grüße,

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