Reichtum: Das Jahr, in dem Vermögen toxisch werden
2025 war das Jahr, in dem Milliardäre es verbockt haben, so formulierte es ein Kolumnist der „New York Times“. Elon Musk schwingt die Kettensäge. Jeff Bezos mietet Venedig, Mark Zuckerberg und fast alle anderen Tech-Milliardäre verneigen sich vor einem Kryptokleptokraten im Weißen Haus. Im Land, das Reichtum sonst als Erfolg feiert, ist der Faden abgerissen, das „Othering“ in vollem Gange. Erfolgsserien wie „White Lotus" oder „Succession" stellen Milliardäre als bemitleidenswerte Idioten dar. Im Harris Poll geben erstmals 71 Prozent an, dass Reiche der Demokratie schaden.
Die Wissenschaft hat den Kipppunkt längst beschrieben: Ungleichheit an sich ist nicht das Problem. Populismus wächst, wo Ungleichheit als unfair, unbeweglich und elitär erlebt wird – und wo Reichtum keine erkennbare gesellschaftliche Funktion erfüllt. Und populistische Regierungen wollen das Problem auch nicht lösen. Im Gegenteil.
In den USA sehen wir nicht nur einen Abbau öffentlicher Mittel für Armutsbekämpfung, sondern parallel einen Rückzug unternehmerischer und privater Initiativen aus allen Themen, die „woke“ sein könnten. Das ist auch das Ergebnis eines politischen Klimas, in dem sichtbares Engagement angreifbar ist. Der Populismus profitiert doppelt: Er erklärt Ungleichheit moralisch – und zerstört zugleich die Institutionen, die Alternativen anbieten könnten.