Gemalte Stadtansicht Berlin: So sah im 19. Jahrhundert das ganz große Kino aus
Das Panorama des Architekturmalers aus dem 19. Jahrhundert führt Sotheby’s Online only-Auktion an.
Foto: Sotheby'sBerlin. Bei Sotheby’s wird in der Online only-Auktion vom 2. bis 9. Dezember Eduard Gaertners Ansicht der Straße „Unter den Linden mit dem Berliner Opernhaus“ angeboten. Der Schätzpreis für das Bild im breiten Format des Kinos liegt bei 800.000 bis 1,2 Millionen Pfund.
Eduard Gaertner ist der deutsche Architekturmaler des 19. Jahrhunderts schlechthin. Nach der Berliner Jahrhundertausstellung 1907, die ihn erst ins volle Licht der Kunstgeschichte gerückt hat, wurde er zeitweilig mit Canaletto in einem Atemzug genannt. Gaertners Ruhm reichte bis zum russischen Zaren, der mehrere seiner Bilder erwarb. Die wichtigsten seiner Gemälde hängen in Berlins Alter Nationalgalerie und im Märkischen Museum.
Als 1993 bei Christie’s Gaertners Panorama der Berliner Schlossfreiheit aus Berliner Privatbesitz für 936.500 Pfund versteigert wurde, war das ein Rekordzuschlag. Er lässt den jetzigen Schätzpreis mehr als legitim erscheinen. Alle anderen Gemälde des Hofmalers, die in den letzten Jahren versteigert wurden, sind entweder Kleinformate oder zeigen Ansichten anderer Städte.
Die von Sotheby’s angebotene Stadtansicht zeigt das Opernhaus, das 1840 ausgebrannt war, nach dem Wiederaufbau. Eine andere Version in vollem Tageslicht und ohne den Reiter hängt in der Sammlung Thyssen-Bornemisza in Madrid.
Auch als produktiver Aquarellmaler genießt Gaertner hohes Ansehen. In der Auktion werden neben dem Gemälde nicht weniger als 29 Aquarelle mit Berliner Ansichten aus dem früheren Besitz von Axel Springer zu moderaten Schätzpreisen, meist bis 3.000 Pfund, ausgeboten.
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