Aus Libra wird Diem: Zweiter Anlauf für Facebooks Kryptowährung
Das Konzept der Digitalwährung wurde so stark abgewandelt, dass nicht einmal der Name bestehen bleibt: Aus „Libra“ wird „Diem“.
Foto: ReutersFrankfurt, New York. Mark Zuckerberg hatte ehrgeizige Pläne. Die weltweite Kryptowährung Libra, die von Facebook entwickelt wurde, sollte das soziale Netzwerk in ein neues Zeitalter führen. Der Facebook-Chef sah darin die Möglichkeit, zu Wechat, der Alleskönner-App aus China, aufzuschließen.
Die ursprüngliche Idee: Nutzer von Facebooks Plattformen – dazu gehören auch WhatsApp und Instagram – sollten die digitale Währung nahtlos übertragen können und etwa zum Onlineshopping nutzen. Ein Frontalangriff auf die Banken im Zahlungsverkehr und auf die Notenbanken als Hüter der Währungen. Bei Regulierern rund um den Globus machten sich Sorgen breit, hier könnte eine unregulierte, mächtige Schattenbank entstehen.
Doch von den ehrgeizigen Plänen, die Facebook im Sommer 2019 erstmals der Öffentlichkeit präsentierte, ist kaum etwas übrig geblieben. Der US-Konzern schaffte es nicht, die Bedenken der Kritiker auszuräumen, und unterschätzte den Widerstand.
In der Hoffnung auf eine Zulassung wurde das Konzept nun so stark abgewandelt, dass nicht einmal der Name bestehen bleibt: Aus „Libra“ wird „Diem“. Das solle einen „neuen Tag“ für das umstrittene Projekt markieren, teilte die zuständige Stiftung mit Sitz in Genf mit, die neben Facebook noch 26 andere Mitglieder zählt.