Kommentar: Friedrich Merz‘ Sprache gibt Einblicke in sein Weltbild – und das ist eines von gestern
In seiner Bewerbungsrede um den CDU-Vorsitz fielen Merz seine eigenen Worte gleich zweifach in den Rücken.
Foto: APDie Sprache ist ein mieser Verräter. Sie lässt uns bisweilen Dinge sagen, die wir eigentlich gar nicht sagen wollten, aber vielleicht genau so denken. Und das ungesagte Wort wirkt dabei oft ebenso stark wie das ausgesprochene.
Da ist zum einen jene Überleitung, die selbst wohlmeinende Beobachter an eine Szene aus der Comedyserie „Stromberg“ erinnerte: „Auch diejenigen, die sozial schwach sind, finden gerade bei uns ein Herz und Zuwendung. Lassen Sie mich in diesem Zusammenhang ein Wort zu den Frauen sagen.“
Man weiß gar nicht, was schlimmer wäre: Wenn Merz Frauen automatisch mit sozial Schwachen assoziiert. Oder wenn es ihm ganz selbstverständlich erscheint, Begriffe wie „Herz“ und „Zuneigung“ vor allem bei Frauen zu verorten. Nicht besser wurde die Sache, als Merz anschließend zum Beweis für seine Frauenfreundlichkeit anführte, dass seine Ehefrau und seine Töchter es ja immer noch mit ihm aushielten.