IPO: Diese Unternehmen wagen 2024 den Schritt an die Börse
Im Jahr 2024 könnten einige Firmen ihr Börsendebüt feiern.
Foto: dpaDüsseldorf. Im Jahr 2024 planen einige große Firmen den Gang auf das Parkett – sowohl in Deutschland als auch im Ausland. Douglas, Renk und Reddit haben den Schritt bereits gewagt. Weitere Kandidaten wie Shein oder Flix drängen ebenfalls aufs Börsenparkett. Dabei zeigte sich das Marktumfeld für Börsengänge, so genannte IPOs, zuletzt durchwachsen.
Im Jahr 2023 erreichte das Emissionsvolumen der Börsengänge in Deutschland knapp zwei Milliarden Euro. Zum Vergleich: 2022 betrug das Emissionsvolumen der Börsengänge hierzulande 9,1 Milliarden Euro, vor zehn Jahren waren es 3,6 Milliarden Euro. Das zeigt eine Auswertung der Unternehmensberatung Kirchhoff. Trotz der Börsengänge von Unternehmen wie Ionos, Thyssen-Krupp, Nucera und Schott Pharma fehlte es dem deutschen IPO-Markt also zuletzt an Bewegung.
Auch die IPO-Aktivität an den internationalen Kapitalmärkten ist 2023 bescheiden ausgefallen. Nach Schätzungen der Beratungsgesellschaft Ernst & Young (EY) sank das weltweite Emissionsvolumen im Jahr 2023 um rund ein Drittel auf 123 Milliarden Dollar.
Ob 2024 Firmen bessere Voraussetzungen für ihr Börsendebüt bietet, muss sich noch zeigen. Dafür spricht beispielsweise ein stabileres Umfeld auf den Kapitalmärkten sowie steigende Aktienkurse. Welche deutschen sowie internationalen Unternehmen den Schritt in diesem Jahr an die Börse wagen, zeigt dieser Artikel.
Börsenkandidaten 2024 in Deutschland:
Renk Group AG: Panzerzulieferer holte IPO im Februar nach
Der Panzerzulieferer hatte seine Börsenpläne im Oktober 2023 vorerst auf Eis gelegt. Anfang Februar 2024 holte die Renk Group AG den Börsengang nach.
Foto: Renk GroupDer Panzerzulieferer Renk Group AG ist am 7. Februar 2024 an die Börse gegangen. Insgesamt wurden innerhalb von zwei Tagen 33,33 Millionen Renk-Aktien, 3,33 Millionen mehr als ursprünglich geplant, zum Stückpreis von 15 Euro an die Börse gebracht. Der Finanzinvestor Triton will die restlichen knapp 67 Prozent der ehemaligen Volkswagen-Tochter zunächst behalten. Die Aktien legten am ersten Börsentag zu und notierten am späten Nachmittag bei 19,10 Euro. Damit wird Renk mit rund 1,9 Milliarden Euro bewertet.
Ursprünglich war der Börsengang bereits für den 5. Oktober 2023 vorgesehen, wurde jedoch kurzfristig wegen des schwierigen Marktumfelds verschoben.
Douglas: Schwieriger Start beim Börsen-Comeback im März
Die Parfümkette war schon einmal börsennotiert. Nun gibt das Unternehmen erneut Aktien aus.
Foto: imago images/CHROMORANGENach dem Börsengang von Renk im Februar 2024 wagte auch Douglas den Schritt an die Börse. Beim Börsendebüt am 21. März 2024 wurden laut Frankfurter Börse 34,6 Millionen neue Aktien zu je 26 Euro angeboten. Die Douglas-Aktie startete zunächst jedoch mit 25,50 Euro in den Handel an der Frankfurter Börse und fiel im Laufe des Tages um mehr als zwölf Prozent auf 22,80 Euro. Mit dem Börsengang fließen dem Unternehmen rund 850 Millionen Euro brutto zu, mit dem es seine Schulden von mehr als drei Milliarden Euro reduzieren möchte.
Im Jahr 2013 wurde Douglas nach der gemeinsamen Übernahme durch den Finanzinvestor Advent und die Eigentümerfamilie Kreke von der Börse genommen. Nach mehr als zehn Jahren kehrt Europas größte Parfümeriekette nun unter dem neuen Eigentümer, der Private-Equity-Gesellschaft CVC, zurück an die Frankfurter Börse.
Flix strebt ebenfalls einen Börsengang an
Die grünen Züge und Busse fahren schon seit einigen Jahren quer durch Deutschland. Nun könnten auch Anleger vom Wachstum von Flix profitieren.
Foto: imago images / Arnulf HettrichDer deutsche Mobilitätsanbieter Flix, der Flixbus und Flixtrain vereint, befindet sich Finanzkreisen zufolge in den Vorbereitungen für einen IPO. Dazu hat das Unternehmen bereits drei bekannte Banken – JP Morgan, Goldman Sachs und PNB Paribas – als Berater beauftragt. Christoph Debus, der Finanzchef von Flix, bestätigte im Februar, dass der Börsengang eine Option für das Unternehmen sei. Ein genaues Datum für den Börsengang ist bisher jedoch nicht bekannt. Das Unternehmen könnte mit rund vier Milliarden Euro bewertet werden.
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Flix erlebte seinen Aufschwung im Zuge der Liberalisierung des deutschen Fernbusmarktes im Jahr 2013. Das Unternehmen ist eigenen Angaben zufolge mittlerweile in über 40 Ländern aktiv, darunter in Europa, in den USA und Südamerika. Die potenziellen finanziellen Ressourcen eines Börsengangs könnten Flix dabei helfen, weitere Expansionsziele zu erreichen.
DKV Mobility: Wagen sich die Ratinger erneut aufs Parkett?
DKV Mobility ermöglicht Payment-Lösungen für Lkw-Fahrer.
Quelle: Pressefoto
Foto: HandelsblattDKV Mobility hat die Umsetzung seiner Börsenpläne im Oktober 2023 verschoben. DKV Mobility ist bekannt für seine Tankkarten, mit denen Lkw-Fahrer ihren Diesel und die Maut bezahlen können. Beim 2023 verschobenen Börsengang, an dem die Investmentbanken JP Morgan, Bank of America und UBS beteiligt waren, strebte DKV laut Reuters eine Bewertung von rund vier Milliarden Euro an.
Die internationalen Börsenkandidaten 2024:
Shein: Größter erwarteter Börsengang seit Jahren
Der chinesische Onlinemodehändler könnte für den größten internationalen Börsengang seit Jahren sorgen.
Foto: ReutersIm November 2023 informierte Shein die US-Börsenaufsicht vertraulich über seine Pläne für einen Börsengang und beauftragte entsprechende Banken. Das teilte das „Wall Street Journal“ unter Berufung auf Insider mit. Mit einer jüngsten Bewertung von rund 66 Milliarden Dollar (rund 60 Milliarden Euro) könnte der bevorstehende Börsengang einer der größten seit Jahren werden.
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Der chinesische Onlinemodehändler Shein, der für seine niedrigen Preise bekannt ist, produziert Kleidung in China und vertreibt sie international, insbesondere in den USA und Europa. Branchenexperten schätzen, dass Shein in den Vereinigten Staaten einen Marktanteil von knapp 40 Prozent im Bereich Fast Fashion hat.
Reddit feiert erfolgreiches Börsendebüt im März
Das Internetforum hat im März 2024 seine lang gehegten Börsenpläne verwirklicht.
Foto: ReutersAm 21. März 2024 feierte das Internet-Forum Reddit sein Debüt an der New York Stock Exchange. Laut der Nachrichtenagentur Reuters schloss die Reddit-Aktie den Handelstag mit einem Kurs von rund 50 Dollar ab. Das entspricht einem Anstieg von 48 Prozent gegenüber dem Ausgabepreis von 34 Dollar pro Aktie. Nach Angaben der US-Börsenaufsicht erzielte das Unternehmen durch den Verkauf von 22 Millionen Aktien Einnahmen in Höhe von knapp 750 Millionen Dollar.
Dies ist der erste große Börsengang eines Social-Media-Unternehmens seit Pinterest im Jahr 2019. Das in San Francisco ansässige Unternehmen wurde 2005 gegründet und erreichte 2021 bei einer Finanzierungsrunde eine Bewertung von zehn Milliarden Dollar.
Syngenta verschiebt Börsengang auf Ende 2024
Der Schweizer Agrarchemiekonzern Syngenta plant seit einiger Zeit einen Börsengang an der Shanghaier Börse. Aufgrund des schwachen Marktumfelds und Verzögerungen bei der Genehmigung durch die chinesische Börsenaufsicht wurde der geplante Börsengang jedoch mehrmals verschoben. Syngenta gab im November 2023 an, dass der Börsengang bis Ende 2024 erfolgen solle.
Chemchina erwarb den Produzenten von Saatgut und Pflanzenschutzmitteln 2017 für 43 Milliarden Dollar und integrierte es 2022 in Sinochem. Der chinesische Eigentümer will einen Minderheitsanteil im Wert von 50 bis 60 Milliarden Dollar verkaufen.
Die Börsengänge 2024 in der Übersicht:
Börsengänge 2024: Weitere potenzielle Kandidaten für einen IPO
Der Agrarchemiekonzern will Ende 2024 an die Börse gehen.
Foto: picture alliance/KEYSTONENeben den Börsenplänen genannter Unternehmen gibt es eine Vielzahl weiterer Firmen, bei denen in Investorenkreisen über einen möglichen Börsengang spekuliert wird. Unter den potenziellen Kandidaten befindet sich unter anderem Bytedance, das Unternehmen hinter der Videoplattform Tiktok. Bytedance erwägt einem Bloomberg-Bericht zufolge einen Börsengang in den kommenden Jahren. Ob es bereits 2024 so weit ist, bleibt vorerst offen.
Auch OpenAI, das Gründerunternehmen von ChatGPT, gehört zu den potenziellen Kandidaten, die 2024 den Gang auf das Parkett wagen könnten. Laut Reuters befindet sich OpenAI in Gesprächen mit Investoren über einen möglichen Aktienverkauf, der das Unternehmen auf eine Bewertung von 80 bis 90 Milliarden Dollar bringen könnte.
Ebenfalls im Fokus stehen der US-amerikanische Onlinebezahldienst Stripe und der schwedische Zahlungsanbieter Klarna als mögliche Kandidaten für einen Börsengang in diesem Jahr.
Mit Agenturmaterial
Dieser Text erschien in seiner letzten Version am 8. Februar 2024. Am 09. April 2024 wurde er geprüft und mit Aktualisierungen erneut publiziert.