Rath checkt ein: Touristen-Hypes: Das sind die meistüberschätzten Touristen-Attraktionen der Welt
Das Bild täuscht: Weil Selfie-Jäger den Pool überfrequentieren, fällt das eigentlich atemberaubende Rooftop–Ambiente für die Gäste komplett ins Wasser.
Foto: Vivek PrakashDüsseldorf. Auf einige Sehenswürdigkeiten freut man sich ein halbes Leben lang – nach dem Lockdown umso mehr. Und dann kann man es kaum fassen, wenn man endlich davorsteht: Das ist alles?
Mit diesen fünf Antireisetipps möchte ich Sie vor einigen großen Enttäuschungen bewahren, die Tourismusbehörden und Veranstalter weltweit ihren Gästen zumuten. Und nicht enttäuscht sein, wenn etwas von Ihrer To-do-Liste dabei ist: Besser jetzt als vor Ort!
Kleine Meerjungfrau, Kopenhagen; ebenfalls klein: Manneken Pis, Brüssel
Der Klassiker unter den Touristen-Schrecks, vor dem jeder Kopenhagen-Reisende anschließend seinen gesamten Freundeskreis warnt: Die kleine Meerjungfrau in Kopenhagen kann man leicht übersehen, so schmächtig ist die Statue mit ihren 125 Zentimeter Gesamtgröße. Dass der Künstler, der Bildhauer Edvard Eriksen, uns mit dem Namen seiner 1913 installierten Skulptur nicht gewarnt hätte, können wir zwar nicht behaupten – aber ein bisschen mehr Bronze erwartet man irgendwie doch vom weltberühmten Wahrzeichen einer europäischen Hauptstadt.
Wesentlich ärgerlicher noch als die Größe der Figur ist allerdings, wenn man ganz und gar vergeblich danach sucht. Und das ist in der Vergangenheit leider immer wieder vorgekommen: Die Bronze ist ein beliebtes Ziel von Attentaten. Zum Beispiel verliert sie hin und wieder mal ihren Kopf und muss dann in mühevoller, langwieriger Restaurationsarbeit in einer Spezialwerkstatt repariert werden. Auch beschmiert oder anderweitig mutwillig beschädigt wurde sie schon häufiger; einmal wurde sie sogar – wohl mithilfe von Sprengstoff – ins Hafenbecken gestürzt.