Bergbaukonzerne: Minenaktien werden im Rohstoff-Superzyklus zu Top-Dividendentiteln
Die Minenkonzerne reagieren nur langsam auf die rasant steigende Nachfrage nach Metallen.
Foto: BloombergZürich. Nach fast 20 Jahren an der Spitze von Glencore gab Ivan Glasenberg seinem Nachfolger Gary Nagle eine Botschaft mit auf den Weg. Er werde weiterhin Großaktionär beim größten Rohstoffkonzern der Welt bleiben. „Ich hoffe, Glencore überweist mir jedes Jahr eine schöne Dividende“, sagte Glasenberg kürzlich bei der Präsentation der letzten von ihm verantworteten Jahreszahlen.
Die Chancen dafür stehen gut: Für das Jahr 2020 hat Glencore die kurzzeitig ausgesetzten Dividendenzahlungen wieder aufgenommen. Als einer der weltgrößten Kupferproduzenten profitiert das Schweizer Unternehmen von den rasant gestiegenen Preisen für das rötliche Industriemetall. Allein seit Jahresbeginn hat es sich um 15 Prozent verteuert.
Ähnlich aussichtsreich ist die Situation bei der Konkurrenz: Der Konzern Rio Tinto, der vor allem mit Eisenerz und Aluminium Geld verdient, kündigte kürzlich die größte Dividendenzahlung der Unternehmensgeschichte an. Auch BHP Billiton, Vale und der Kupferminenkonzern Antofagasta wollen ihre Aktionäre an den sprudelnden Gewinnen beteiligen.
Schon jetzt brechen die Gewinne der Minenkonzerne langjährige Rekorde – dabei steht der wirtschaftliche Aufschwung nach der Coronakrise noch am Anfang. Die Debatte um einen Rohstoff-Superzyklus, also einen mehrjährigen Aufschwung der Rohstoffpreise, zeigt: An ein schnelles Ende der Rohstoffrally glaubt kaum ein Investor.