Mentalis: App für die psychotherapeutische Nachversorgung
Gründer von Mentalis
Foto: UnternehmenNach einem Klinikaufenthalt in den Alltag zurückzukehren, ist für Menschen mit psychischer Vorerkrankung eine Herausforderung. Manche Betroffene sind auf die Unterstützung eines Psychotherapeuten angewiesen. „Viele haben aber keine nahtlose Weiterbehandlung und müssen einige Monate auf die anschließende Therapie warten“, sagt Christian Aljoscha Lukas, Gründer von Mentalis. Mit seiner App sollen Patienten den Bruch zwischen klinischer und ambulanter Versorgung kitten können.
Für diese Idee hat das junge Unternehmen am Freitag den Gesundheitspreis 2021 des Pharmaunternehmens Novartis gewonnen, der mit 25.000 Euro dotiert ist. Teilgenommen haben insgesamt 70 Teams aus Start-ups, Hochschulen und Stiftungen. Das Geld will Mentalis-Gründer Lukas in die Weiterentwicklung der App investieren. „Wir starten in wenigen Wochen am Markt“, kündigt er an. Bislang hat sein Unternehmen rund eine Million Euro an Investments eingesammelt, unter den Investoren ist der Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses.
Die App basiert auf einer Künstlichen Intelligenz (KI), die wie ein Entscheidungsbaum funktioniert. Nutzer können die Anwendung bereits in der Klinik gemeinsam mit dem Arzt herunterladen, der trägt dort Stärken und Schwächen des Patienten ein. Das kann im Fall einer Alkoholsucht zum Beispiel sein, dass es dem Patienten schwerfällt, Alkohol in der Gruppe abzulehnen oder sich Patienten in Krisen besonders stark kritisieren. Auch Nutzer werden während der Therapie nach ihrem Befinden gefragt, zum Beispiel, ob sie einen Suchtdruck verspüren.