Magersucht: Start-ups setzen auf digitale Nachsorge bei Essstörungen
München. Die Zahl stationärer Behandlungen junger Frauen mit Essstörungen hat sich in 20 Jahren verdoppelt. Laut Statistischem Bundesamt befanden sich 2023 rund 6000 Patientinnen deshalb im Krankenhaus. 2003 waren es noch 3000. Auch die Zahl erkrankter junger Männer steigt Experten zufolge an. Doch was passiert in der kritischen Phase nach dem Klinikaufenthalt? Um Rückfälle zu vermeiden, entwickeln Start-ups digitale Angebote wie Apps und Onlineprogramme – zunehmend auch für die Nachsorge.
Die Coronapandemie und die negativen Seiten sozialer Medien haben bei vielen Jugendlichen Unsicherheit ausgelöst. Das Bedürfnis, wieder ein Gefühl von Kontrolle zu bekommen, wuchs. Wenn dieses Bedürfnis in krankhaftes Verhalten umschlägt, etwa in eine Essstörung, wird es schwierig: Oft dauert es lange, einen Therapieplatz zu finden. Die Kinder- und Jugendpsychiaterin Larissa Niemeyer hat diese Versorgungslücke bei ihrer Arbeit selbst erlebt. Deshalb entwickelt sie seit 2023 gemeinsam mit Victor Saase und Szarah Sanchez Roman die App Eatappie. 2025 gründeten sie zudem das Start-up Mind Generation.