Datenauswertung: Erste Details zu Nutzen der Corona-Warn-App
Über 80 Prozent der über die Anwendung gewarnten Nutzer ließen sich im Anschluss testen.
Foto: ImagoDüsseldorf. Von einem „zahnlosen Tiger“ hatte CSU-Chef Markus Söder schon gesprochen. Doch erste wissenschaftliche Auswertungen zur Corona-Warn-App (CWA) zeigen, dass die Anwendung bei der Kontaktnachverfolgung durchaus hilfreich ist. Seit einigen Wochen haben Nutzer die Möglichkeit, ihre Daten für die Weiterentwicklung der App zur Verfügung zu stellen. 6,5 der inzwischen 27 Millionen Nutzer machen das mittlerweile, hieß es am Freitag aus Regierungskreisen.
Eine zentrale Erkenntnis: Ist ein Nutzer mit dem Coronavirus infiziert und meldet das über die CWA, erhalten im Schnitt sechs andere Personen eine Hochrisiko-Warnung. Mit einer roten Anzeige wird ihnen signalisiert, dass sie durch Kontakt mit dem Infizierten einem hohen Risiko ausgesetzt sind, selbst infiziert zu sein. 20 weitere Nutzer erhalten durchschnittlich eine grüne Anzeige: Sie hatten ebenfalls Kontakt, aber kürzer oder mit mehr Abstand, sodass für sie das Risiko weniger hoch ist.
Bei derzeit täglich etwa 4000 Nutzern, die eine Corona-Infektion über die CWA melden, bedeutet das 25.000 Hochrisiko- und 80.000 normale Warnungen am Tag. Seit Start der App, die vom Robert Koch-Institut betrieben und von der Bundesregierung verantwortet wird, sind somit insgesamt rund 2,5 Millionen Warnungen versendet worden. In Regierungskreisen wird betont, dass die wissenschaftliche Auswertung der Daten noch am Anfang stehe, aber die ersten Indizien den Nutzen der Anwendung klar untermauerten.