RESET – Die Kolumne zum Wochenende: Die fünf Jobs mit den größten Zukunftschancen
Foto: Handelsblatt
Was wollten Sie als Kind werden? Ja, Sie! So was wie Feuerwehrmann? Rennfahrerin? Oder gar „Indianerhäuptling“ wie Bettina Jarasch? Der Spitzenkandidatin der Berliner Grünen war dieses Geständnis kürzlich rausgerutscht. Sie entschuldigte sich natürlich sofort für ihre „unreflektierte Wortwahl“.
Aber das Schlimmste am „Indianerhäuptling“ scheint mir nicht die „koloniale Fremdbezeichnung“ gewesen zu sein, sondern der Fakt, dass derlei als Berufsbild mit Zukunft heute einfach nicht mehr vermittelbar wäre.
Frau Jarasch hat mir leidgetan. Ihr kindlicher Berufstraum hatte ja nichts mit Rassismus zu tun. Ihre Wahl war eine Generationenfrage. Sie ist 52. Und ich weiß als Altersgenosse aus eigener Erfahrung: Wir waren 50 Jahre lang einfach nicht „woke“ genug, haben gern Cowboy und Indianer gespielt und wollten Schauspielerin, Rockmusiker oder wenigstens Reiseführer werden. All diese Berufsbilder sollte die Generation unsere Kinder schnellstens vergessen.
Der Grund: Das Zeitalter Corona wird noch lange anhalten, fürchte ich. Entsprechend obsolet geworden sind viele Jobs. Pilot zum Beispiel klingt heute schon wie „Bergmann“ oder „Weber“. Auch im Hotelfach gibt es viele, die bereits auf Pflegeberufe oder Karrieren in einer Krankenhausverwaltung umsatteln.