Anklage gegen Topjuristen: Justizkrimi um das Vermächtnis eines Milliardärs
Bei großen Namen der deutschen Wirtschaft ging und geht der Anwalt ein und aus, in der Berliner High Society ist er schon lange eine feste Größe.
Foto: dapdDüsseldorf. Als Wirtschaftsanwalt war es Hartmut Fromm gewohnt, nicht nur Freunde zu haben. Doch der Erfolg gab ihm recht. Er wurde über die Jahre zu einer Art Star der Anwaltsbranche. Zu denen, die sich Fromm im Gesellschafts- und Steuerrecht anvertrauten, gehörten beispielsweise der verstorbene Bertelsmann-Chef Reinhard Mohn und Ex-Arcandor-Chef Thomas Middelhoff. Auch zur Industriellenfamilie Swarowski verfügt Fromm über enge Drähte.
So wie Erich Marx aber sprach noch niemand über Fromm, vor allem kein Mandant. Wie einen Hund hätten Fromm und andere ihn behandelt, sagte der Unternehmer Marx im September 2019. „Ich ertrage das bald nicht mehr. Ich habe keinem von diesen Menschen etwas getan.“
Marx ist inzwischen verstorben. Die Worte des damals 99-Jährigen stammen aus einer Aufnahme, die der Milliardär im Rahmen eines Verfahrens gegen seinen ehemaligen Anwalt vornahm. Für Fromm war das mehr als rufschädigend. Denn aus der Anzeige von Marx ist nun eine Anklage der Staatsanwaltschaft Berlin erwachsen.
Sie beschuldigt den Topjuristen Fromm und seine mutmaßlichen Mittäter der Untreue in Hohe von 38 Millionen Euro. Bei einer Verurteilung drohen dem 76-Jährigen mehrere Jahre Haft.