Global Risk: Ausbleibende Impfungen, hohe Arbeitslosigkeit und massive Schulden: Afrikas Long Covid
Arbeiter bereiten eine Beerdigung auf dem Olifantsveil-Friedhof außerhalb von Johannesburg vor. Die Zahl der Bestattungen hat während der Pandemie stark zugenommen.
Foto: dpaKapstadt. Die Totengräber von Kano wussten schon vor einem Jahr, dass irgendetwas nicht stimmte. Seit einem Choleraausbruch vor 60 Jahren hatte es in der Millionenstadt im Norden von Nigeria nicht mehr so viele Tote auf einen Schlag gegeben wie jetzt. In den Lokalblättern gab es lange Listen mit den Namen von Leuten, die nach Covid-Symptomen verstorben waren. Doch ob sie wirklich dem Virus erlegen waren, wusste niemand, weil niemand genauer prüfte.
Erst eine vor drei Monaten veröffentlichte Studie zu Covid-19-Antikörpern in Nigeria deutete erstmals ganz konkret darauf hin, dass allein in der Wirtschaftsmetropole Lagos rund vier Millionen Menschen mit dem Virus infiziert gewesen sein dürften – etwas weniger als bislang für den ganzen afrikanischen Kontinent gemeldet wurden. Offiziell hat Nigeria selbst nur 166.000 Fälle mit rund 2000 Toten.
Nigeria ist keineswegs ein Einzelfall. In Somalia sorgen sich Ärzte ebenfalls um die gestiegenen Todeszahlen, obwohl offiziell auch hier nur eine kleine Zahl bestätigter Covid-Fälle ausgewiesen ist. Seit Jahren erschwert ein Mangel an Daten überall in Afrika Regierungen den gezielten Bau von Schulen oder Straßen. Selbst die einfachsten Informationen sind oft nicht verfügbar.