Start-up „Loft“: Wie zwei Deutsche von Brasilien aus den globalen Wohnungsmarkt erobern
Mate Pencz (links) und Florian Hagenbuch haben ehrgeizige Pläne.
Foto: LoftSalvador. Es ist der Traum vieler Gründer: ein junges Unternehmen aufbauen, das bald eine Milliardenbewertung erhält. Für die beiden Deutschen Florian Hagenbuch und Mate Pencz ist diese Wunschvorstellung Realität geworden – und das ausgerechnet im fernen Brasilien.
Genau diesen komplizierten Markt haben sich die beiden früheren Investmentbanker vor drei Jahren ausgesucht für ihr Immobilien-Start-up. Mit Loft, ihrem E-Commerce-Unternehmen, wollen sie den Wohnungsmarkt in Brasilien digital aufrollen: Brasilianer sollen künftig ihre Wohnungen und Häuser über Loft kaufen, verkaufen, renovieren, finanzieren und versichern – alles komplett digital.
Das ist schwieriger, als es klingt: Der brasilianische Immobilienmarkt ist ein Spiegel des Amazonaslandes: Chaos herrscht neben höchster Professionalität, es gibt staatliche Monopole und völlig freie Märkte. In jeder Region, selbst in einzelnen Stadtteilen ändern sich Regeln, Maklercourtagen und Gebühren beim Immobiliengeschäft.
Der Markt ist intransparent. Zwei Appartements im gleichen Gebäude bei ähnlicher Ausstattung können völlig unterschiedliche Preise erzielen. Maklern vertraut man, wenn man sie empfohlen bekommt, sonst eher nicht. Bezahlt werden gebrauchte Wohnimmobilien meist in einer Rate, ohne Finanzierung, oft auch cash. Mit Immobilien wird Geld gewaschen: Das machen korrupte Politiker genauso wie professionelle Drogenmafias.