Pandemie: Covid in den USA: Aus dem Turbo-Impfstart ist eine Zitterpartie geworden
Virologen warnen davor, die Pandemie für beendet zu erklären.
Foto: BloombergWashington. Auf dem berühmten Times Square in New York wimmelt es vor Werbetafeln, doch eine Reklame sticht seit einigen Tagen besonders ins Auge. „Sobald die USA 70 Prozent erreicht haben, geht das Bier auf uns, Amerika“, verspricht der Brauerei-Gigant Anheuser-Busch, der unter anderem die Marke Budweiser vertreibt. Dekoriert ist das Plakat mit einem kühlen Bier, das verlockend in der Sommerhitze prickelt.
Mit den 70 Prozent ist die angestrebte Quote der Covid-Impfungen gemeint. So viele Menschen müssten ungefähr immun sein, schätzen Experten, um die Ausbreitung des Virus dauerhaft drastisch eindämmen zu können. Die Zahl ist ein erklärtes Ziel von US-Präsident Joe Biden: Er prognostizierte, dass bis zum amerikanischen Unabhängigkeitstag am 4. Juli besagte 70 Prozent aller erwachsenen US-Bürger mindestens eine Dosis erhalten haben werden.
Anheuser-Busch will für jeden US-Bürger über 21 Jahren ein Freibier spendieren, sollte Biden sein Versprechen einlösen können. Doch momentan sieht es so aus, als käme der Konzern um die spektakuläre Gratisaktion herum. Denn die Statistik lässt befürchten, dass die USA bald ihr Potenzial an Impfwilligen ausgeschöpft haben könnten. Im schlechtesten Fall, bevor die Herdenimmunität erreicht ist.