Investmentbanking: 2,5 Billionen Dollar in fünf Monaten: Das globale Fusionsgeschäft boomt
In Deutschland läuft das Fusionsgeschäft eher gedämpft.
Foto: dpaFrankfurt. Der 26. September ist auch für die Investmentbanker ein wichtiges Datum. Spätestens nach der Bundestagswahl rechnen die Manager für Fusionen und Übernahmen (M&A) mit einer regelrechten Welle an neuen Deals in Deutschland – einige Transaktionen dürften auch schon früher über die Bühne gehen.
„Fusionen und Übernahmen brauchen salopp gesagt gute Laune, das heißt, die Stimmung im Markt muss positiv sein. Und das ist sie derzeit“, sagt Kai Tschöke, Co-Chef Investmentbanking bei Rothschild & Co. im deutschsprachigen Raum. Er verweist auf optimistische Gewinnerwartungen der Unternehmen, sehr aufnahmefähige Kapitalmärkte und ein breites Angebot an Fremdkapital.
Global ist der M&A-Markt auf Rekordkurs, im bisherigen Jahresverlauf addierten sich die Transaktionen auf 2,5 Billionen Dollar Anfang Juni – im Vergleichszeitraum des Vorjahres waren es nur 940 Milliarden gewesen. Ein Wermutstropfen bleibt allerdings: In Deutschland läuft das Fusionsgeschäft eher gedämpft.
Ein Grund ist die Struktur des deutschen Marktes – die international im Fokus stehenden Branchen Technologie und Healthcare sind eher unterrepräsentiert. Außerdem liegen die grenzüberschreitenden Deals unter dem historischen Durchschnitt. Investmentbanker wie Tibor Kossa, Co-Head M&A für Deutschland und Österreich bei Goldman Sachs, sind aber optimistisch und erwarten einen „starken Aufholeffekt in den nächsten Monaten“.