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AuszeichnungKarlspreis für Mario Draghi – „Großes für Europa geleistet“

2024 mahnte Mario Draghi, dass Europa innovativer werden müsse, wenn es künftig noch eine Rolle spielen wolle. Um diese Botschaft zu unterstreichen, wird der Italiener jetzt ausgezeichnet. 17.01.2026 - 13:24 Uhr Artikel anhören
Mario Draghi, ehemaliger Ministerpräsident von Italien und ehemaliger Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB): Er wurde für seine Verdienste für die EU ausgezeichnet. Foto: Philipp von Ditfurth/dpa

Aachen. Für historische Verdienste um die europäische Einigung wird der ehemalige Präsident der Europäischen Zentralbank, Mario Draghi, mit dem Karlspreis 2026 ausgezeichnet. Mit dem ehemaligen italienischen Regierungschef ehre man eine Persönlichkeit, „die zielgerichtet und mit unerschütterlicher Entschlossenheit Großes für Europa geleistet hat“, begründete das Karlspreis-Direktorium seine Entscheidung.

Der Internationale Karlspreis zu Aachen gilt als wichtigste Auszeichnung für Verdienste um die europäische Einigung. Er wird traditionell am Himmelfahrtstag verliehen, dieses Jahr am 14. Mai.

Das Direktorium hob unter anderem den 2024 von Draghi veröffentlichten und nach ihm benannten Report zur europäischen Wettbewerbsfähigkeit hervor. Draghi hatte darin gemahnt, dass die Europäische Union dringend innovativer werden müsse, wenn sie nicht den Anschluss an konkurrierende Wirtschaftsmächte wie die USA und China verlieren wolle.

Das Karlspreis-Direktorium schließt sich dieser Einschätzung an: „Die Lage ist dramatisch“, schrieb es in seiner Begründung. „Europa droht zum Spielball anderer Mächte zu werden.“ Seine Handlungsfähigkeit könne Europa nur sichern, wenn es wettbewerbsfähiger werde. Wirtschaftliche Stärke sei die Basis für alles andere.

Draghi enttäuscht von Fortschritten

Draghi (78) selbst hatte sich kürzlich ernüchtert über den Stand der bisherigen Umsetzung seiner Empfehlungen geäußert. „Die Schwachstellen nehmen zu“, konstatierte er in einer Rede in Brüssel.

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Vor diesem Hintergrund bezeichnete das Direktorium die Zuerkennung des Karlspreises an Draghi zum jetzigen Zeitpunkt als „ein bewusst gesetztes“ Signal an die Entscheidungsträger in Brüssel: „Wir fordern die Europäische Kommission und europäischen Staats- und Regierungschefs auf, jetzt den Draghi-Report umzusetzen“, so das Karlspreis-Direktorium.

Ein traditionsreicher Preis

Der Karlspreis war kurz nach dem Zweiten Weltkrieg von Aachener Bürgern gestiftet worden. Er ist nach Kaiser Karl dem Großen benannt, dessen Frankenreich sich im Frühmittelalter über weite Teile Westeuropas erstreckte und der deshalb manchmal als „Vater Europas“ bezeichnet wird.

Seit vergangenem Jahr ist der Karlspreis mit einem Preisgeld von einer Million Euro verbunden, gestiftet von einem Aachener Ehepaar. Dieses Geld soll proeuropäischen Projekten zugutekommen.

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Zu den ersten Preisträgern gehörten Bundeskanzler Konrad Adenauer (1954) und der ehemalige britische Premierminister Winston Churchill (1955). Im vergangenen Jahr ging der Preis an EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen.

Der letzte Italiener, der den Preis erhielt, war 2009 der Friedensvermittler und Gründer der katholischen Gemeinschaft Sant’Egidio, Andrea Riccardi.

dpa
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