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RaumfahrtIsar Aerospace steht kurz vor dem zweiten Raketenstart

Schon am Mittwoch könnte das Münchener Start-up wieder versuchen, die erste private deutsche Rakete ins Weltall zu bringen. Wenn es gelingt, wäre es eine Sensation.Thomas Jahn 16.01.2026 - 14:21 Uhr aktualisiert Artikel anhören
Die erste „Spectrum“-Rakete von Isar Aerospace auf der Startrampe in Norwegen: Wichtige Daten gesammelt. Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS

Düsseldorf. Das deutsche Raumfahrt-Start-up Isar Aerospace hat seine zweite Rakete am Andøya Spaceport im hohen Norden Norwegens in Stellung gebracht. Ab Mittwochabend könnten die Münchener einen zweiten Versuch wagen, die Spectrum-Rakete in den Orbit zu bringen.

Denn in den kommenden Tagen bis Ende Januar öffnet sich ein für den Start günstiges Wetterfenster, wie ein Insider berichtet. Bereits im Dezember sagte Daniel Metzler, Vorstandschef von Isar Aerospace, im Interview mit dem Handelsblatt: „Wir führen derzeit die letzten Tests durch, dann fehlt nur noch die Wetterfreigabe.“

Kommt es jetzt zum Start, hätte Isar Aerospace nur zehn Monate für einen zweiten Anlauf gebraucht – recht schnell für die Weltraumbranche mit ihren hohen technischen Anforderungen. „Dieser Qualifikationsflug ist der nächste Schritt zu einem souveränen Zugang zum Weltraum für Europa“, sagte Metzler in einer Pressemitteilung.

Das Ziel beim zweiten Start: 80 Sekunden Flug

Den ersten Start führte das Start-up im vergangenen März in Andøya durch. Gelingt es Isar Aerospace im zweiten Anlauf, die sogenannte „Kármán-Linie“ in einer Höhe von mehr als 100 Kilometern zu überschreiten, wäre das eine erstaunliche Leistung. „SpaceX hat vier Anläufe gebraucht“, sagte Metzler vor einem Monat. „Wir wollen schneller in den Orbit kommen.“

Das heißt aber nicht, dass Metzler damit rechnet, mit der zweiten Spectrum-Rakete in den Weltraum vorzustoßen. Intern geht man davon aus, das Ziel erst im dritten Anlauf zu erreichen.

Die Erwartungen an den zweiten Start sind trotzdem hoch. So soll die 28 Meter hohe Rakete laut einem Insider 80 Sekunden fliegen und damit ihre maximale Fluggeschwindigkeit erreichen. Um den Orbit zu erreichen, bräuchte die Spectrum mehr als 300 Sekunden.

Es ist der erste Flug von Isar Aerospace, bei dem Nutzlasten an Bord sind. Dabei handelt es sich um fünf Kleinsatelliten und ein Experiment.

Beinahe wäre es bereits im Dezember zum Start gekommen. Die Wetterverhältnisse waren gut, aber ein Triebwerk machte laut einem Insider Probleme. Zwei Tage vor Weihnachten schloss das Münchener Start-up aber alle Stufentests für die Triebwerke mit Erfolg ab, wie es in einer Pressemitteilung hieß.

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Beim ersten Start flog die Spectrum rund 30 Sekunden, bevor sie ins Meer stürzte. Die Ursache des Absturzes war nach Ansicht von Ulrich Walter, früherer Astronaut und ehemaliger Professor für Raumfahrttechnik an der Technischen Universität (TU) München, ein Fehler in der Steuerungssoftware. „Der lässt sich relativ leicht finden und in Minuten korrigieren“, sagte Walter damals. „Insgesamt gratuliere ich Isar Aerospace zu einer offensichtlich gut funktionierenden Hardware.“

Zwar mag der Flug der Spectrum nur kurz gewesen sein, aber jede Sekunde ist wertvoll. Hunderte von Sensoren an der Rakete liefern dem Unternehmen wichtige Informationen. Die Daten helfen, die Funktionsweise der vielen Systeme nachzuvollziehen und mögliche Verbesserungen durchzuführen. „Unser erster Testflug hat alle unsere Erwartungen erfüllt und stellt einen großen Erfolg dar“, sagte Metzler damals.

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