Allianz: Hochspekulative Produkte von Allianz Global Investors stehen auf dem Prüfstand
Die Allianz-Tochter hatte hochspekulative Hedgefonds-Produkte im Angebot.
Foto: HandelsblattMünchen, Frankfurt. Die Ermittlungen des US-Justizministeriums wegen hoher Verluste bei Hedgefonds-Produkten der Allianz Global Investors (AGI) hat auch die Aufseher der Bafin sensibilisiert. Dort will man sich zwar nicht offiziell zu dem Vorfall äußern. Intern ist jedoch zu hören, dass die Behörde bei einem Rechtsrisiko in Milliardenhöhe den Vorfall selbstverständlich intensiv verfolge.
Am Sonntagabend war bekannt geworden, dass das US-Justizministerium wegen hoher Verluste bei Hedgefonds-Produkten der AGI für den US-Markt – sogenannten Structured-Alpha-Hedgefonds – ermittelt. Der Aktienkurs der Allianz brach am Montag um bis zu zehn Prozent ein, konnte sich am Dienstag aber stabilisieren.
Bereits seit 2020 ermittelt die US-Börsenaufsicht SEC in diesem Fall. Etliche Klageverfahren institutioneller Anleger beziehen sich auf den rapiden Kursverfall der hochspekulativen Produkte im Frühjahr 2020.
Bei allen Experten dominiert die Frage, warum ein Anbieter wie die Allianz-Tochter so hochspekulative Hedgefonds-Produkte im Angebot haben konnte. Diese wollen eine Rendite erzielen, die deutlich höher liegt als eine festgelegte Benchmark – etwa ein Aktienindex wie der S&P 500 oder ein Zinssatz am Geldmarkt. Die anvisierte Überperformance lag zwischen 2,5 und zehn Prozentpunkten.