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Weekend-BriefingImpfmüdigkeit, Allianz droht Milliardenrisiko, 50 Tech-Frauen: Der Wochenrückblick der stellvertretenden Chefredakteurin

Eine allgemeine Impfpflicht ist nicht vermittelbar. Deshalb überlegt die Politik andere Maßnahmen, um das erlahmende Impftempo anzukurbeln.Kirsten Ludowig 07.08.2021 - 08:03 Uhr Artikel anhören

Guten Morgen allerseits,

in Deutschland macht sich die Impfmüdigkeit breit. Zwischen März und Mitte Juli erhielten pro Tag meist deutlich mehr als 100.000 Menschen in Deutschland ihre erste Impfung, teilweise sogar mehr als 500.000. Der Rekord lag bei fast 1,1 Millionen am 12. März. Am 1. August waren es dagegen nur noch 32.500, wie die Grafik unten zeigt.

Eine allgemeine Impfpflicht ist nicht vermittelbar – und so überlegt die Politik angestrengt, wie sie das Impftempo anderweitig erhöhen kann. Im Fokus stehen drei Hebel:

  • Die Gesundheitsminister aus Bund und Ländern haben beschlossen, den Zwölf- bis 17-Jährigen mehr Impfangebote zu machen, zum Beispiel in Impfzentren. Die Ständige Impfkommission hält dem politischen Druck jedoch bislang stand. Sie empfiehlt nach wie vor eine Impfung von Kindern und Jugendlichen in diesem Alter nur bei Vorerkrankung, oder wenn sie mit gefährdeten Familienmitgliedern zusammenleben. Eltern sind verunsichert, Ärzte sind zurückhaltend. Man kann es ihnen nicht übel nehmen.
  • Bratwurst, Burger, Bier – damit versuchen manche Behörden den Bürgern die Impfung schmackhaft zu machen. Auch über Impflotterien wird nachgedacht. Das von Verhaltensökonomen genannte „Nudging“ ist keine schlechte Idee, schließlich reagiert der Mensch gemeinhin auf Anreize. Die Dynamik dürfte sich aber in Grenzen halten. Ökonomin Nora Szech vom Corona-Experten-Kreis der Helmholtz-Gemeinschaft plädiert dagegen für Geld. „Das ifo-Institut schätzt den Wert der Impfung auf 1.500 Euro, da können wir den Leuten ruhig 500 Euro von abgeben“, findet sie. Der Staat, der es bezahlen müsste, sieht das wahrscheinlich anders.
  • Bleiben Privilegien für Geimpfte. Während in Deutschland noch darüber nachgedacht wird, sind sie in vielen anderen Ländern schon Realität. In New York zum Beispiel müssen Restaurants, Bars und Fitnessstudios Impfausweise kontrollieren. „Wenn Sie voll am gesellschaftlichen Leben teilnehmen wollen, dann müssen Sie sich impfen lassen“, stellte New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio klar. Am Dienstag gibt es die nächste Bund-Länder-Runde mit der Kanzlerin, dann wird das Thema sicher auf den Tisch kommen. Letztlich geht es darum, zu klären, ob Geimpfte künftig mehr Rechte haben als Ungeimpfte und – wenn ja – welche. Eine heikle Abwägung.

Was uns diese Woche sonst noch beschäftigt hat

1. Raoul Roßmann, Chef der Rossmann-Drogeriekette, sorgte zu Beginn der Woche für Aufruhr. Im Handelsblatt-Interview forderte er eine Sondersteuer für Online-Einkäufe, entweder über eine Paketsteuer oder eine höhere Mehrwertsteuer für Amazon und Co. Der Vorstoß wird skeptisch gesehen, selbst der Handelsverband HDE lässt Roßmann abblitzen. Auch mein Kollege Christoph Schlautmann meint, dass Roßmann damit einer unseligen Tradition im Einzelhandel folgt – nämlich der Forderung nach dem Eingriff des Staates, um die eigene Rendite zu sichern.

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