Wilde Wetten: Robinhood und Reddit-Trader stürzen sich auf Optionen – und wirbeln damit Aktienkurse durcheinander
Die Aktie des Neobrokers schwankt seit dem Börsengang heftig hin und her.
Foto: APDüsseldorf. Es war einer der spannendsten Börsengänge in diesem Jahr, und wer als Aktionär ein wenig Aufregung sucht, der war mit Robinhood bestens bedient. Am 29. Juli war der Neobroker an die Börse gegangen, acht Prozent abwärts ging es für ihn an diesem Tag. Vier Handelstage später notierten die Papiere in der Spitze 144 Prozent höher bei fast 85 Dollar. Danach ging es wieder steil abwärts auf zuletzt 54 Dollar.
Prognosen für die weitere Entwicklung wagt kaum ein Experte. Josh Brown, Vorstandschef von Ritzholtz Wealth Management, sagte beim US-Börsensender CNBC: „Wenn Sie mir sagen würden, die Aktie steht am Ende der Woche bei 30 Dollar, würde ich Ihnen glauben. Wenn Sie mir sagen, sie steht Ende der Woche bei 120 Dollar, würde ich es Ihnen auch glauben. Sie könnten mich von jedem Ergebnis überzeugen.“
Entscheidenden Anteil an dem unberechenbaren Kursverlauf haben die sogenannten Reddit-Trader. So werden in den USA Privatanleger bezeichnet, die sich im Onlineforum Reddit über den Aktienmarkt austauschen. Schon im Frühjahr sorgten sie für Aufsehen, als sie mit konzertierten Käufen die Aktienkurse von Corona-Verlierern wie dem US-Computerhändler Gamestop oder dem US-Kinobetreiber AMC in die Höhe trieben. Hedgefonds, die auf fallende Kurse gewettet hatten, mussten milliardenschwere Verluste hinnehmen.