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US-PharmakonzernCorona-Impfstoff sorgt bei Johnson & Johnson für halbe Milliarde Dollar Quartalsumsatz

Der Pharmakonzern J&J hat Gewinn und Umsatz im dritten Quartal gesteigert und die Erwartungen der Analysten übertroffen. Der Aktienkurs steigt.Katharina Kort 19.10.2021 - 17:00 Uhr Artikel anhören

Erst vergangene Woche hatte sich das zuständige Expertengremium der US-Arzneimittelbehörde FDA für eine zweite Spritze für alle Erwachsenen ausgesprochen, die mit dem J&J-Mittel geimpft wurden.

Foto: Reuters

New York. Beim US-Pharmakonzern Johnson & Johnson (J&J) dreht sich derzeit alles um Corona-Impfstoffe und die Bekämpfung der Delta-Variante. Die Umsätze mit dem Impfstoff machten im dritten Quartal mit 502 Millionen Dollar zwar nur einen kleinen Teil des Gesamtumsatzes aus, der 23,3 Milliarden Dollar betrug. Trotzdem sind die Vakzine des Unternehmens aus New Jersey das Thema, was die Analysten am meisten interessiert.

Bisher wurde der J&J-Impfstoff im Gegensatz zu den Konkurrenzprodukten von Moderna oder Biontech/Pfizer nur einmalig verabreicht. Das galt lange als Vorteil bei der schnellen Impfung großer Bevölkerungsgruppen. Aber mittlerweile hat sich herausgestellt, dass der Schutz durch das Vakzin relativ schnell nachlässt.

Erst vergangene Woche hatte sich das zuständige Expertengremium der US-Arzneimittelbehörde FDA daher für eine zweite Spritze für alle Erwachsenen ausgesprochen, die mit dem J&J-Mittel geimpft wurden. Das sind eigentlich gute Nachrichten für das Unternehmen, weil sich die Zahl der verabreichten Impfungen damit potenziell verdoppeln könnte. Dennoch bleibt Johnson & Johnson vorsichtig und belässt seine Prognose für den Umsatz mit den Covid-Vakzinen bei 2,5 Milliarden Dollar für das Gesamtjahr.

Dafür gibt es gute Gründe: Schließlich könnte die FDA noch in diesen Tagen eine sogenannte Kreuzimpfung empfehlen. Das hieße: Wer die erste Spritze von J&J bekommen hat, könnte die zweite von Moderna oder Biontech/Pfizer erhalten. 

Eine US-Studie, die vergangene Woche veröffentlicht wurde, hat gezeigt, dass sich die Zahl der Antikörper bei Menschen, die zunächst den J&J- und anschließend den Moderna-Impfstoff erhielten, versechsundsiebzigfacht hat. Erfolgten sowohl Erst- als auch Zweitimpfung mit dem J&J-Mittel, vervierfachte sich diese Zahl lediglich.

Dosis-Preis des Corona-Vakzins wirft laut J&J keinen Gewinn ab

Eine Kombination aus J&J- und Biontech/Pfizer-Impfstoff steigerte die Zahl der Antikörper immerhin um das 35-Fache. Vor dem Hintergrund dieser Zahlen könnten sich viele Menschen bei der Zweitimpfung für Moderna oder Biontech/Pfizer statt J&J entscheiden.

Bisher hat Johnson & Johnson in diesem Jahr 766 Millionen Dollar mit dem Vakzin umgesetzt. Der Preis liegt bei 7,50 Dollar pro Dosis, was nach Aussagen des Unternehmens keinen Profit abwirft.

Insgesamt hat J&J seinen Umsatz im dritten Quartal im Vergleich zum Vorjahr um 10,7 Prozent auf 23,3 Milliarden Dollar gesteigert. Dabei profitierte der Hersteller von Medizin, Babyölen und künstlichen Knien auch davon, dass die wegen der Pandemie aufgeschobenen Operationen vielerorts wieder stattfinden und die Menschen sich wieder zum Arzt trauen.

Den Gewinn steigerte Johnson & Johnson im dritten Quartal gegenüber dem Vorjahr um 3,2 Prozent auf 3,7 Milliarden Dollar. Der Konzern übertraf damit die Erwartungen der Analysten, der Aktienkurs stieg am Dienstag leicht. „Unser Ergebnis im dritten Quartal zeugt von einer soliden Performance der Johnson-&-Johnson-Bereiche dank robuster Ergebnisse bei Pharma und Medizinprodukten sowie einem starken Wachstum im Bereich Consumer Health“, kommentierte der langjährige Vorstandsvorsitzende Alex Gorsky die Zahlen.

Johnson & Johnson lagert seine Prozessrisiken aus

Für den 61-jährigen Gorsky war es die letzte Vorstellung von Quartalsergebnissen in seiner Amtszeit. Er wird sein Amt an seinen bisherigen Stellvertreter Joaquin Duato übergeben. Die Präsentation hatte er bereits komplett dem CFO und anderen Topmanagern überlassen.

Gorsky hinterlässt zwar ein insgesamt gesundes Unternehmen. Unter seiner Führung hatte J&J jedoch auch mit teuren Klagen zu kämpfen. Das Unternehmen war mit seinen Schmerzmitteln nicht nur in die Opiod-Epidemie in den USA verwickelt. Es muss sich auch Vorwürfen stellen, dass sein Baby-Puder bei Frauen Krebs im Unterleib verursacht hat.

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Für die Baby-Puder-Klagen hat J&J erst vergangene Woche eine eigene Tochtergesellschaft mit einem zwei Milliarden Dollar schweren Opferfonds gegründet, die unter Gläubigerschutz steht. Dies ist ein juristischer Kniff, mit dem sich der Gesamtkonzern vor weiteren Ansprüchen schützt.

Man wolle sich mit dieser juristischen Konstruktion lediglich vor einem „Missbrauch“ der großzügigen Verbraucherschutz-Gesetze schützen, sagte Finanzvorstand Joseph Wolk auf Nachfrage. „Die Produkte sind sicher“, sagte er über das Baby-Puder.

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