Insight Innovation: Das Stimm-Wunder – Wie Technologie neue Geschäftsmodelle rund um Sprache hervorbringt
In vielen Fällen steckt hinter der Verbindung von Stimme und Technologie das sogenannte Natural Language Processing (NLP).
Foto: Klawe Rzeczy, Getty [M]Düsseldorf. Sie kann zittern, ist mal leise und mal laut, kraftvoll, gewaltig, dröhnend, brüchig oder verhalten: die Stimme. „Meine Mutter gab mir vor Reden immer Rotwein mit Ei, damit meine Stimme besser klingt“, soll der verstorbene Bundespräsident Heinrich Lübke einmal gesagt haben.
Das Beispiel zeigt: Die Stimme ist ein mächtiges Instrument. Sie umgarnt, bestimmt, beeinflusst, leitet und leidet. Sie kann die Persönlichkeit des Trägers widerspiegeln, ist gleichzeitig veränderbar – und sie signalisiert menschliche Nähe. Damit wird sie in Zeiten von dezentralem Arbeiten und Digitalisierung gleichsam zum Wundermittel und zur Herausforderung.
Stimme und Sprache sind so wichtig, dass Googles Hardware-Chef Rick Osterloh die Spracherkennungs-Software im neuesten Pixel-Smartphone im Gespräch mit dem Handelsblatt besonders hervorhob. Das lässt darauf schließen, dass Menschen ihre Stimme gerne nutzen – auch, um mit Technologie zu interagieren.
Wie erfolgreich Produkte rund um die menschliche Stimme sind, zeigen zahlreiche Beispiele. Auf der einen Seite gibt es die passive Komponente, also das Hören. Podcasts sind da ein Beispiel. Der Markt wächst auf einem noch geringen Niveau sehr stark: 17,4 Prozent der Befragten gaben im Rahmen einer Umfrage des Marktforschungsinstituts Kantar im Auftrag der AGF Videoforschung vom September dieses Jahres an, mindestens einmal im Monat einen Podcast zu hören. Das sind 42,6 Prozent mehr als im Vergleichsmonat 2020. Auch in den Vorjahren ist die Nutzung stark gestiegen.