Telekommunikation: Deutsche Telekom bereitet Abschied ihrer Großkundensparte T-Systems vor
Unter der Leitung des US-Amerikaners wurde T-Systems massiv verkleinert und wird nun eine Abspaltung der Telekom-Großkundentochter durchgespielt.
Foto: Getty ImagesDüsseldorf, Berlin, Frankfurt. Die Deutsche Telekom hat den Abschied von ihrer Großkundentochter T-Systems eingeleitet. Konzernchef Timotheus Höttges und T-Systems-Chef Adel Al-Saleh lassen ihre Strategen Szenarien für eine komplette Abspaltung und Neuaufstellung oder einen Verkauf durchspielen, wie mehrere mit dem Vorgang vertraute Personen dem Handelsblatt sagten. Mit potenziellen Käufern liefen bereits Gespräche. Ein Telekom-Sprecher erklärte, der Konzern kommentiere keine Gerüchte.
Die Pläne werden den Informationen zufolge unter den Codenamen „Falcon“ (Falke) und „Eagle“ (Adler) durchgespielt. Damit würde der Dax-Konzern ein langwieriges Problem lösen. T-Systems gehört zwar seit vielen Jahren zum festen Bestandteil der Telekom, Geld hat der Konzern mit der Einheit nicht verdient. Im Gegenteil: Innerhalb des Verbunds ist das Geschäft mit großen Kunden, für die T-Systems vor allem IT-Leistungen erbringt, seit Jahren ein Verlustbringer.
2018 holte der Konzern den US-Manager Adel Al-Saleh, um das T-Systems-Problem zu lösen. Unter seiner Führung wurde T-Systems radikal verkleinert. Das Telekommunikationsgeschäft innerhalb der Großkundentochter wurde in die Gesellschaft von Telekom Deutschland übertragen. Für Wachstumsbereiche wie Cybersecurity oder das Internet der Dinge wurden eigenständige GmbHs gegründet.