Verkehrspolitik: Investitionsstau, Klüngel, Chaos: Das erste Jahr der Autobahn GmbH
Die Autobahngesellschaft wird in diesem Jahr nach Informationen des Handelsblatts eine halbe Milliarde Euro, und damit gut zehn Prozent ihres Investitionsetats nicht verbauen können.
Foto: imago images/KicknerBerlin. Stephan Krenz, den Chef der Autobahngesellschaft, zieht es als Hobbypilot regelmäßig hoch hinaus. Verständlich, dass er von einem „Universum Autobahn“ träumt: In der neuen Zentrale, direkt hinter dem Berliner Hauptbahnhof, will Krenz seinen Traum verwirklichen.
So soll dort eine „Welcome-Lounge“ Mitarbeiter wie Gäste gleichermaßen verzaubern, bunt und glitzernd, mit Flatscreens und Lichtern am Boden und an Decken. Eine Erlebniswelt soll auf 300 Quadratmetern mit „Open Space“, „Spotlight-Area“ und „Workshop-“ sowie „Conference Space“ ein Gefühl von „Start-up-Leichtigkeit und technischen Möglichkeiten“ bieten, wie die Agentur Story Company im Konzeptpapier schreibt, „Seele baumeln lassen“ inklusive. Geschätzte Kosten: 4,8 Millionen Euro.
Der Showroom der deutschen Fernverkehrsstraßen muss nun etwas kleiner ausfallen, weil das Gebäude für die rund 700 Mitarbeiter schon jetzt zu klein konzipiert ist.
Diese Geschichte über das „Universum Autobahn“ erzählen sich die Mitarbeiter des bundeseigenen Unternehmens. Und sie haben noch viel mehr auf Lager.
Auf dem Weltkongress für vernetztes Fahren in Hamburg etwa fiel die Gesellschaft Messebesuchern vor allem mit der Größe ihres Standes auf: 250 Quadratmeter hatte die Autobahn GmbH des Bundes reserviert, drapiert mit Designersitzecken, Blumenkübeln und großen Lettern wie: „At the heart of mobility.“ Im Etat war dafür Steuergeld in Höhe von 350.000 Euro reserviert.