Versorger: Eon könnte sich vom Fernwärmegeschäft trennen
Der Energiekonzern stellt sich neu auf.
Foto: dpaDüsseldorf, Frankfurt. Deutschlands führender Energiekonzern Eon investiert künftig vor allem ins Strom- und Gasgeschäft. Konzernchef Leonhard Birnbaum hatte vor Kurzem angekündigt, dass bis 2026 die Rekordsumme von 27 Milliarden Euro in sein Kerngeschäft fließen soll: das Netzgeschäft und den Vertrieb. Randaktivitäten im Volumen von zwei bis vier Milliarden Euro sollen verkauft werden.
Weit oben auf der Verkaufsliste steht dabei das Fernwärmegeschäft, wie das Handelsblatt von mehreren mit der Angelegenheit vertrauten Personen erfuhr. Das Unternehmen selbst wollte sich dazu nicht äußern. Bei Finanzinvestoren sind solche Firmen beliebt.
Zu den Eon-Aktivitäten gehören kleine Heizkraftwerke sowie Leitungen, die die Fernwärme zu den Kunden transportieren. Insgesamt ist das Netz 5000 Kilometer lang und bindet 4100 Erzeugungsanlagen in insgesamt 14 Ländern ein.
Verglichen mit dem Strom- und Gasnetz des Konzerns ist das Fernwärmenetz aber klein. Bei Strom betreibt Eon Leitungen mit einer Gesamtlänge von rund 1,2 Millionen Kilometer Länge, das Gasnetz ist 150.000 Kilometer lang. Zudem passen die üblicherweise mit fossilen Brennstoffen betriebenen Erzeugungsanlagen nicht mehr zur Dekarbonisierungsstrategie des Unternehmens.