ESL Gaming: Megadeal in der Gaming-Branche: Saudis übernehmen deutschen E-Sport-Veranstalter für eine Milliarde Dollar
E-Sport ist schon lange keine Nische mehr, sondern besitzt eine große Reichweite.
München. Megadeal in der deutschen Gaming-Branche: Die schwedische Modern Times Group (MTG) stößt den Kölner E-Sports-Veranstalter ESL Gaming ab. Für gut eine Milliarde Dollar übernimmt die Savvy Gaming Group (SGG) die Firma mit rund 600 Mitarbeitern, wie die Unternehmen am Montag bekanntgaben. Hinter dem Käufer steckt der Public Investment Fund (PIF), ein Staatsfonds aus Saudi-Arabien.
ESL ist Weltmarktführer bei E-Sport, also der Organisation von professionellen sportlichen Wettkämpfen mit Computerspielen. Gründer und Co-CEO Ralf Reichert erkannte vor mehr als 20 Jahren das Potenzial von Events, bei denen über ein Netzwerk an Computern gegeneinander gespielt wird.
Damals veranstalteten Reichert und seine Mitgründer LAN-Partys, heute organisiert die Firma Wettbewerbe, zu denen vor der Pandemie Zehntausende Zuschauer kamen. Das wohl bekannteste Turnier ist das Intel Extreme Masters im polnischen Kattowitz. Wegen Corona hatte sich ESL zuletzt komplett auf virtuelle Veranstaltungen konzentriert, die gestreamt werden.
Bisher hielten der 47-jährige Reichert und andere Manager noch gut acht Prozent an ESL. Auch diese Anteile übernehmen nun die neuen Eigentümer aus Saudi-Arabien. Reichert zieht sich mit dem Verkauf aus dem Tagesgeschäft zurück und wird sogenannter Executive Chairman. Er übernimmt damit eine Kontrollfunktion und steht auch als Berater zur Seite.