Coronavirus: „Long-Covid ist vor allem ein Problem unserer Leistungsgesellschaft“
Eine Long-Covid-Erkrankung kann die Leistungsfähigkeit enorm beeinflussen - bis zur Arbeitsunfähigkeit.
Foto: Getty ImagesBerlin. Wer sind die Patient:innen, die nach einer Covid-19-Infektion noch länger oder gar chronisch mit Symptomen zu kämpfen haben – und vor allem: was haben sie gemeinsam?
Das versucht das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (Zi) mithilfe von Abrechnungsdaten zu beantworten und so ein Bild von den am stärksten gefährdeten Personen zu zeichnen. Denn noch wissen wir viel zu wenig über die Krankheit der vermeintlich Genesenen.
Mandy Schulz ist beim Zi für Data Science und Versorgungsanalysen zuständig und präsentierte kürzlich intern erste Ergebnisse ihrer Auswertung zu Long Covid. Demnach hätten 5,7 Prozent aller an Covid-19-Erkrankten langandauernde Symptome entwickelt, die ihrer vorangegangenen Virus-Infektion zugeordnet werden konnten.
Von Long-Covid spricht man, wenn diese länger als vier Monate nach der Infektion anhalten und chronisch werden; von Post-Covid, wenn Beschwerden länger als zwölf Wochen nach Genesung bleiben.
„Die Liste der möglichen Symptome ist lang und nicht abschließend“, sagt Schulz. Allerdings stünden Ermüdung, Erschöpfung, Halsschmerzen/Heiserkeit, Kurzatmigkeit und Kopfschmerzen weit oben auf der Liste. Aber auch Haarausfall und Durchfall werden als Langzeitfolgen von Covid-19 geführt.