Ukraine-Krise: Ifo warnt vor Ölpreisschock: „Träfe private Haushalte und Industrie gleichermaßen“
Die Ukrainekrise schürt die Angst vor Lieferengpässen bei Öl- und Gas.
Foto: APFrankfurt. Die Angst vor einem Einmarsch Russlands in die Ukraine hat an den weltweiten Energiemärkten bereits für Verwerfungen gesorgt. Sollte es tatsächlich zu einem Krieg in Osteuropa kommen, befürchtet Clemens Fuest, der Chef des Münchener Ifo-Instituts, einen Preisschock bei Öl und Gas.
„Selbst wenn die Gaslieferungen nicht eingeschränkt würden, käme es zu einem Preisschock, jedenfalls vorübergehend“, betonte der Wirtschaftsforscher. „Das träfe private Haushalte und Industrie in Deutschland gleichermaßen.“ Investoren fürchten, dass ein Krieg zu Sanktionen gegen russische Ölexporte führen wird und die weltweite Versorgung mit dem Rohstoff einschränken würde.
Im Zuge der Ukrainekrise ist der Ölpreis in der zurückliegenden Woche auf den höchsten Stand seit 2014 gestiegen. Diese Bewegung ist Teil eines längerfristigen Trends: In den vergangenen zwölf Monaten zogen die Ölpreise um etwa 50 Prozent an, getrieben von einer breiteren Rohstoffrally, der Hoffnung auf eine Konjunkturerholung nach der Pandemie und der Störung der globalen Lieferketten.
Nach der jüngsten Sitzung der Opec, auf der das Kartell beschlossen hatte, die Förderkapazitäten nicht stärker auszuweiten als geplant, haben einige Analysten ihre Schätzungen für die Energiepreise noch einmal angehoben. So geht die Schweizer Großbank UBS nun davon aus, dass der Preis für ein Fass der europäischen Ölsorte Brent im Jahresdurchschnitt in der Spanne zwischen 90 und 100 Dollar pro Barrel (rund 159 Liter) liegen wird. Die Experten der DZ Bank halten sogar einen Ölpreis von 120 Dollar für möglich.