Ukraine und Russland: „Entschlossenheit, die Welt zu zerstören“ – Oligarchen proben den Aufstand gegen Putin
Der russische Präsident Vladimir Putin (links) und Oleg Deripaska, Chef des kombinierten Unternehmens Rusal und En+ Group (2013).
Foto: ReutersBerlin. Man habe ihn sehr gebeten, diese Worte nicht zu sagen, leitete der russische Aluminium- und Strom-Konzernbesitzer Oleg Deripaska seinen Redebeitrag auf dem Krasnojarsker Wirtschaftsforum am Donnerstag ein. Aber er sei für den Frieden.
Der Ukraine-Krieg beschere Russland eine mindestens drei Jahre lang dauernde „härteste“ Krise, sagte Deripaska, der Chef des kombinierten Unternehmens Rusal und En+ Group: „Mit solchen Herausforderungen sind wir noch nicht konfrontiert worden. Der Eiserne Vorhang ist bereits gefallen.“ In drei Wochen werde sich zeigen, was mit den Banken endgültig geschehe und „wer von unseren Partnern übrig bleiben wird“.
Er glaube, man könne diese dann „an den Fingern einer Hand abzählen“. Das Ausmaß der Russland drohenden Wirtschaftskrise beschrieb der umstrittene Oligarch so: „Man nehme die Krise von '98 und multipliziere sie mit drei.“ 1998 musste Russland die Zahlungsunfähigkeit anmelden. Den jetzigen Krieg nennt Deripaska „Wahnsinn“.
Deripaska ist nicht der einzige aus der Wirtschaftselite Russlands, der sich wenigstens halblaut öffentlich gegen den Kreml stellt. Zwar droht Russlands Regime all jenen, die sich kritisch zum Überfall auf die Ukraine äußern, immer schriller mit Strafen. Und zwar verbietet die Regierung die Benutzung von Begriffen wie „Krieg“ und „Invasion“. Dennoch schwillt vor allem unter jenen, die das System Putin bisher mit am stärksten stützen, wenigstens leise Kritik: den Oligarchen.