Ukraine-Krieg: Europa-Tochter von VTB darf keine Einlagen mehr einsammeln
Die VTB Direktbank ist eine Zweigniederlassung der VTB Bank Europe SE und steht unter der Aufsicht der Bafin.
Foto: ReutersFrankfurt. Die zweitgrößte russische Bank, VTB, darf mit ihrer Europatochter Finanzkreisen zufolge keine Gelder von Privatanlegern mehr einsammeln. Die Aufsichtsbehörden hätten einen Einlageaufnahmestopp erlassen, sagten mehrere mit dem Thema vertraute Personen dem Handelsblatt.
Ein Sprecher der VTB Bank Europe wollte sich dazu nicht äußern. Bisher hatte das Institut lediglich mitgeteilt, dass es vorerst keine neuen Kunden mehr aufnimmt. Auf ihrer Interseite erklärte die Bank, sie sei weiter „voll funktionsfähig“. Ihre wirtschaftliche Lage sei stabil. Die VTB Bank Europe „unterliegt derzeit keinen Sanktionen der Europäischen Union“ und sei Vollmitglied beim globalen Zahlungssystem Swift, hieß es.
Die Finanzaufsicht Bafin wollte sich zu dem Thema ebenfalls nicht äußern. Vergangene Woche hatte die Behörde erklärt, sie stehe aufgrund der aktuellen Situation „in engem Kontakt“ mit dem Institut.
Die Bafin überwacht die VTB Europe Finanzkreisen zufolge schon länger intensiv – unter anderem, um ein Abfließen von Geldern nach Russland zu verhindern. Laut Geschäftsbericht verfügte die VTB Bank Europe Ende 2020 über Kundeneinlagen von 4,7 Milliarden Euro. Bis zuletzt lockte ihr Ableger VTB Direktbank Anleger mit jährlichen Zinszahlungen von bis zu 0,65 Prozent auf Festgeldkonten.