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BörseUkraine-Krieg und Corona-Ängste sorgen für Kurssturz bei China-Aktien

Der Hang Seng China Enterprises Index fällt auf den tiefsten Stand seit der Finanzkrise. Immobilien- und Tech-Aktien verlieren besonders stark.Sabine Gusbeth 14.03.2022 - 10:30 Uhr Artikel anhören

Bereits in den vergangenen Tagen haben chinesische Tech-Werte in Hongkong und in den USA stark an Wert verloren.

Foto: AFP/Getty Images

Peking. Die Verluste bei chinesischen Aktien haben sich am Montag an der Hongkonger Börse ausgeweitet. Der Hang Seng China Enterprises Index büßte mehr als sieben Prozent ein. Der Hang Seng Tech Index verzeichnete mit einem Minus von mehr als elf Prozent den höchsten Tagesverlust seiner Geschichte.

Händler führen den Absturz auf einen Bericht zurück, wonach Russland China um militärische Unterstützung im Krieg gegen die Ukraine gebeten habe. Die USA reagierten prompt und warnten China vor Konsequenzen für eine Unterstützung Russlands. Investoren fürchten, dass eine Unterstützung Russlands Sanktionen gegen chinesische Unternehmen zur Folge haben könnte.

Am Aktienmarkt reichen diese Drohungen schon aus, „um die nächste Verkaufswelle in Hongkong auszulösen“, betonte Thomas Altmann von der Investmentboutique QC Partners. Nach dem Post-Pandemie-Hoch im vergangenen Jahr habe sich der Hang Seng China Enterprises Index jetzt beinahe halbiert. Damit notiere der Index so tief wie zuletzt auf dem Höhepunkt der Finanzkrise. Das Kurs-Buchwert-Verhältnis habe mit nur noch 0,7 ein Allzeittief erreicht.

Neben Befürchtungen, dass sich der Konflikt zwischen China und den USA durch die gegensätzlichen Positionen im Ukrainekrieg verschärft, belastet der größte Corona-Ausbruch seit zwei Jahren in China die Märkte. Die Zahl der Neuinfektionen stieg am Montag auf fast 3400, doppelt so viele wie noch am Sonntag. Mehrere Millionenstädte, darunter die Tech-Metropole Shenzhen und der Industriestandort Changchun, stehen unter Lockdown.

Das verschärft die Sorgen um die ohnehin schwächelnde chinesische Wirtschaft. Chinas Premier Li Keqiang hatte am Freitag vor „Abwärtsrisiken“, „Komplikationen“ und „Unsicherheiten“ für die chinesische Wirtschaft gewarnt.

Zu den Risiken zählt weiterhin die schwierige Lage in der wichtigen Immobilienindustrie. So zählten die Wohnungsbaukonzerne Country Garden (minus 22,8 Prozent) und Sunac (minus 19,8 Prozent) zu den größten Verlierern. Zudem verloren der Essenslieferdienst Meituan (minus 16,8 Prozent) und der E-Commerce-Konzern JD.com (minus 14,5 Prozent) stark. Auch chinesische Tech-Werte in Hongkong verloren erneut stark. Der Hang Seng Tech Index büßte 9,6 Prozent.

Die Aktie des chinesischen Tech-Social-Media-Konzerns Tencent büßte ebenfalls um mehr als zehn Prozent ein. Grund dafür ist ein Bericht des „Wall Street Journals“ über eine mögliche Rekordstrafe für den Konzern, weil die Bezahlfunktion der Superapp Wechat gegen Regeln zur Geldwäsche verstoßen haben könnte.

Bereits in den vergangenen Tagen haben chinesische Tech-Werte in Hongkong und in den USA stark an Wert verloren. Investoren befürchten, dass die wachsenden Spannungen zwischen China und den USA in Bezug auf den Ukrainekrieg auch eine Einigung über die Regeln für Auslandsbörsengänge schwieriger machen und zu einem Delisting chinesischer Tech-Werte in den USA führen könnten.

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Der Nasdaq Golden Dragon Index, der viele der in den USA gelisteten China-Werte umfasst, hatte aus diesem Grund am Donnerstag und Freitag vergangener Woche insgesamt fast 20 Prozent an Wert verloren. In Hongkong zählten chinesische Unternehmen, die sowohl in der asiatischen Finanzmetropole als auch in den USA gelistet sind, denn auch zu den größten Verlieren.

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