Industrie: Kurzarbeit, Bestellflaute, Rohstoffengpässe: Ukraine-Krieg verunsichert die Stahlindustrie
Die Arbeitgeber der Metall- und Elektroindustrie haben vor einem möglichen Energie- und Rohstoffembargo für russisches Öl und Gas gewarnt.
Foto: ReutersDüsseldorf. Die deutsche Stahlindustrie ist zyklische Auf- und Abwärtsbewegungen bei der Nachfrage gewohnt. Doch so schnell wie in den vergangenen Jahren ging es selten hoch und wieder runter. 2021 bescherte der Konjunkturaufschwung den Stahlkochern noch sprudelnde Gewinne, nachdem es zuvor weltweit Lockdownmaßnahmen gegeben hatte. Nun trüben die Folgen des Ukrainekriegs die Aussicht der Branche erneut.
Die wirtschaftlichen Verwerfungen trafen zuerst den größten deutschen Stahlproduzenten Thyssen-Krupp. Der Konzern plant im April die Einführung von Kurzarbeit, um Stellenabbau zu vermeiden. Am Montag legte mit Salzgitter der zweitgrößte Hersteller nach: Zwar rechnet das Unternehmen nach dem Rekordjahr 2021 auch für das laufende Jahr mit einem positiven Ergebnis, teilte der Konzern anlässlich der Veröffentlichung der Jahreszahlen mit.
Doch die Prognose kommt mit einer gehörigen Einschränkung daher. Zwar rechne Salzgitter nicht damit, dass es erneut einen pandemiebedingten Einbruch der Wirtschaft geben werde. Aber: „Der Angriff Russlands auf die Ukraine und seine Folgen könnten ein abruptes Abbremsen der wirtschaftlichen Erholung bewirken und somit Auswirkungen auch auf unsere Konzerngesellschaften haben.“