Neue Corona-Variante: Wie gefährlich ist Deltakron?
Eine Rekombination aus Delta und Omikron ist zuerst in Frankeich entdeckt worden.
Foto: dpaDüsseldorf. Während sich weiterhin hunderttausende Menschen täglich mit dem Coronavirus infizieren, verändert sich auch das Virus selbst ständig. Regelmäßig entstehen neue Varianten und Sub-Typen.
Wissenschaftler haben nun eine neue Virus-Form identifiziert, die aus Teilen der Delta-Variante und der Omikron-Variante besteht – umgangssprachlich „Deltakron“. Bislang sind allerdings nur einige wenige Fälle in Europa bekannt, sodass bisher kaum gesicherte Erkenntnisse vorliegen.
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Einem Bericht des Tagesspiegels zufolge ist dem Robert Koch-Institut (RKI) auch mindestens eine Deltakron-Infektion in Deutschland bekannt. Für außergewöhnliche Sorge scheint die neue Variante in der Fachwelt bisher allerdings nicht zu sorgen. Das wissen wir bisher zu Deltakron:
Wie wurde die Deltakron-Variante entdeckt?
Der weltweiten Wissenschaftsplattform Gisaid zufolge, auf der Forscher Daten über Viren für wissenschaftliche Zwecke verfügbar machen, stammt der erste Bericht über Deltakron aus Frankreich. Das dortige Institut Pasteur veröffentlichte erstmals eine Untersuchung dazu.
Demnach war das Virus in mehreren Teilen Frankreichs identifiziert worden und soll bereits seit Januar 2022 im Umlauf sein. Meldungen zu Varianten mit ähnlichen Erbinformationen gab es zudem in Dänemark und den Niederlanden. Auch aus Großbritannien gibt es erste Berichte über Deltakron-Infektionen. Die bestätigten Fallzahlen sind derzeit noch sehr gering.
In Deutschland ist dem RKI zufolge mindestens ein Deltakron-Fall bekannt.
Ist Deltakron gefährlicher als andere Coronavirus-Varianten?
Bislang ist noch unklar, wie ansteckend Deltakron ist und ob sich der Krankheitsverlauf bei einer Infektion von anderen Varianten unterscheidet.
Zudem ist unklar, ob es nur eine Deltakron-Variante gibt. Dem französischen Virologen Etienne Simon-Loriere zufolge muss es sich bei den bereits bekannten Fällen nicht um exakt gleiche Varianten handeln. Deltakron ist eine Rekombination aus den beiden Varianten Delta und Omikron. Sie enthält also Erbgut-Bestandteile beider Virusformen. Sie entstand Forschern zufolge vermutlich, als Personen gleichzeitig mit beiden Virusvarianten infiziert waren.
Weil dabei aber viele verschiedene Kombinationen denkbar sind, muss es sich etwa bei den britischen und französischen Fällen nicht um die gleiche Variante handeln. „Wir müssen möglicherweise andere Namen finden oder ein Nummernsystem einführen“, sagte Simon-Loriere dem britischen Guardian.
Experten, wie der britische Covid-19-Experte Jeffrey Barrett, betonten allerdings, dass Rekombinationen von Viren nicht ungewöhnlich seien. Sie träten vor allem dann auf, wenn eine neue Virusform zur dominanten Variante wird – in diesem Fall die Omikron-Variante. Dann zirkulierten mehrere Varianten in der Bevölkerung, sodass Rekombinationen wahrscheinlicher würden.
Deltakron-Variante: Schützt die Corona-Impfung vor Ansteckung?
Da bisher keine Studien zu Deltakron-Ansteckungen vorliegen, ist über den Impfschutz gegen die Variante bislang nichts bekannt. In der Vergangenheit schützten Impfungen aber auch bei neuen Varianten gegen schwere Krankheitsverläufe.