Altersvorsorge: „Alle Deutschen sind unterversichert“ – Der aussichtslose Kampf der Lebensversicherer gegen die Inflation
Rentenversicherungen leiden unter der hohen Inflation.
Foto: imago/Eckhard StengelMünchen. Es ist im Moment die größte Herausforderung für die Altersvorsorge der Deutschen: Seit Monaten steigt die Inflation, im März kletterte die Teuerung auf 7,3 Prozent. Auf der Gegenseite erhalten die Kunden für das Kernprodukt der privaten Alterssicherung – die Lebensversicherung – lediglich eine laufende Verzinsung von im Schnitt zwei Prozent.
Die Folge: Viele Erwartungen, die Kunden einst bei Abschluss ihres Vertrags hatten, werden sich nicht erfüllen.
Die Summen, mit denen sich die Sparer abgesichert haben, reichen aufgrund der Geldentwertung nicht mehr aus, um ihren Finanzbedarf in der Zukunft zu decken. „In der Lebensversicherung führt die Inflation zu der Schlussfolgerung, dass alle Deutschen unterversichert sind“, lautet das Resümee von Dirk Schmidt-Gallas, Chef der Versicherungssparte beim Berater Simon Kucher.
Rund 83 Millionen Lebensversicherungspolicen hatten die Deutschen zum Jahreswechsel abgeschlossen. Damit ist die Zahl laut dem Branchenverband GDV im Vergleich zu den beiden vorherigen Jahren sogar leicht gestiegen.
Für 2022 hat die Lobbyvereinigung ihre Prognosen allerdings gesenkt. „Der Schock über den russischen Einmarsch in der Ukraine und die hohen Energiepriese dämpfen die Bereitschaft der Kunden, Lebensversicherungen abzuschließen“, begründete Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen die Anpassung.