Mecklenburg-Vorpommern: Interne Akten zeigen Nähe zu Gazprom: Wie Schwerin zum „Vorposten des Kremls“ wurde
Aus Moskau diktiert?
Foto: dpaRostock. Es sollte der große Befreiungsschlag für Manuela Schwesig werden. Sechs Wochen war die Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern wegen einer Folgebehandlung ihrer Brustkrebserkrankung ausgefallen. Sechs Wochen, in denen Russland einen brutalen Angriffskrieg auf die Ukraine begonnen und sich der Druck auf die SPD-Politikerin verschärft hatte.
Lange hatte Schwesig an guten Beziehungen zu Moskau festgehalten und gegen jede Kritik die Fertigstellung der Gas-Pipeline Nord Stream 2 vorangetrieben. „Ein Fehler, den auch ich gemacht habe“, sagte Schwesig in der vergangenen Woche im Landtag in ihrer ersten Rede nach ihrer Auszeit.
Doch ihr Gang nach Canossa verpuffte. Eine Woche später hat sich der Druck auf Schwesig sogar noch einmal erhöht, sodass die 47-Jährige inzwischen ernsthaft um ihren Job bangen muss. Grund dafür ist eine Presse-Recherche rund um die sogenannte „Klima- und Umweltschutzstiftung“. Die hatte die Landesregierung Anfang 2021 gegründet. Offiziell um Naturschutz im Land zu fördern, de facto aber, um die US-Sanktionen gegen Bauarbeiten an Nord Stream 2 zu umgehen, damit die Pipeline doch noch fertiggestellt werde. Nun, nach Kriegsbeginn, soll die Stiftung abgewickelt werden.