Firmenwagen: 106 Wochen für ein E-Auto: Lieferzeit und Spritpreise setzen dem Statussymbol Dienstwagen zu
Für einen neuen Dienstwagen müssen sich auch VW-Mitarbeiter inzwischen länger gedulden.
Foto: imago images/Sven SimonDüsseldorf. Dienstwagen werden für Unternehmen zunehmend zur Belastung. Lieferengpässe bei den Herstellern verzögern den Austausch der Leasing-Flotten und den Umstieg auf Elektromobilität. Die hohen Spritpreise verwandeln zudem die bei vielen Unternehmen üblichen Tankkarten in eine Kostenfalle.
Eine Handelsblatt-Umfrage unter Mittelständlern und Dax-Unternehmen zeigt, dass einzelne Firmen ihre Mitarbeiter inzwischen bitten müssen, ihren Dienstwagen länger als geplant zu fahren. Der Hauptgrund: Es gibt schlicht nicht genug neue Fahrzeuge. Von der Deutschen Bank heißt es: „Verlängerungen von wenigen Monaten bis zu knapp einem Jahr sind heute keine Seltenheit.“
Eon meldet für seinen Fuhrpark aktuell Lieferzeiten von bis zu 14 Monaten für E-Autos. Diese Lieferengpässe erschweren bei vielen Unternehmen den Plan, die firmeneigene Klimabilanz in den Griff zu bekommen. „Die Elektrifizierung der Dienstwagenflotten geht zu langsam vonstatten – das gilt derzeit umso mehr“, sagt Friederike Piper von der Umweltschutzorganisation „Transport & Environment“. „Die Preise für Elektroautos werden wegen Rohstoffmangels weiter steigen“, prophezeit zudem Automobilexperte Ferdinand Dudenhöffer.