Immobilien: Krise bei Adler-Gruppe eskaliert: Wirtschaftsprüfer von KPMG verweigern Testat für den Jahresabschluss
Die Wirtschaftsprüfer von KPMG erteilen einen Versagungsvermerk für Konzern- und Einzelabschluss 2021.
Foto: imago images/Uwe SteinertDüsseldorf, Berlin. Es sind nur wenige Zeilen, die den Immobilienkonzern Adler Group S.A. in eine existenzielle Krise stürzen. Die Abschlussprüfer von KPMG sähen sich nicht in der Lage, ein Prüfungsurteil für den Konzernabschluss und den Einzelabschluss 2021 zu erteilen, teilte Adler um 21.13 Uhr in einer Ad-hoc-Meldung mit. Deshalb werde KPMG einen Versagungsvermerk (Disclaimer of Opinion) erteilen. Trotzdem will der Konzern die beiden geprüften Abschlüsse am Samstag veröffentlichen und damit die Berichtspflichten gemäß den Bedingungen der ausstehenden Anleihen erfüllen.
Versagungsvermerke von Wirtschaftsprüfern sind extrem selten. Bei Adler eskaliert die Krise vollends, die im Oktober 2021 mit Betrugs- und Manipulationsvorwürfen des britischen Shortsellers Fraser Perring begonnen hatte. Der Konzern gab daraufhin eine Sonderuntersuchung bei der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG in Auftrag.
Erst vor einer Woche veröffentlichte Adler die Ergebnisse der Sonderprüfung und sah sich von den Vorwürfen weitgehend entlastet. Die Prüfer hätten keine Beweise für systematischen Betrug und nur Schwächen in der Corporate Governance gefunden, teilte Adler mit. Lediglich in der Dokumentation und in der Abwicklung einiger Transaktionen seien Mängel festgestellt worden.