Nikkei, Topix & Co: Asiens Börsen reagieren mit Verlusten auf Kurssturz in den USA
Getrübte Stimmung auch an Asiens Finanzmärkten.
Foto: dpaTokio. Die starken Verluste an den US-Börsen drückten am Donnerstag auch in Asiens größten Aktienmarkt Japan die Stimmung. Der Nikkei-225-Index, der Japans 225 größten Werte abbildet, schloss am Donnerstag bei 26.402 Punkten, rund 1,9 Prozent weniger als am Vortag. Auch der breitere Topix der Tokioter Börse verlor rund 1,3 Prozent, nach mehr als zwei Prozent zum Auftakt.
Auch andere Märkte der Region reagierten: Südkoreas Kospi-Index schloss bei 2.589 Punkten, ein Minus von 1,3 Prozent. Der australische ASX200 sank im Tagesverlauf um 1,6 Prozent, der singapurische Straits-Times-Index um zeitweise 1,4 Prozent. Letzterer erholte sich auf Verluste von noch 0,4 Prozent.
Die Anleger in Asien registrierten ebenfalls, wie verunsichert der US-Markt am Mittwoch auf den amerikanischen Konsum reagiert hat. Besonders amerikanische Einzelhandelsaktien, aber auch Hightech-Aktien verzeichneten hohe Verluste. Der Dow-Jones sackte um 3,6 Prozent, der technologielastige Nasdaq sogar um 4,7 Prozent ab.
Der Sturz verdarb den Anlegern auch in Asien ihre Risiko-Freude. „Gestern war eine schreckliche Sitzung für US-Aktien“, schrieb die Bank ING ihren asiatischen Kunden in ihrem Morgenbriefing. Die Banker beobachten, ob die derzeitige Entwicklung in einer weichen Landung der US-Wirtschaft endet oder in einer harten Rezession. Die USA sind weiterhin einer der wichtigsten Exportmärkte für asiatische Länder.
In Japan trug eine Art Nebenwirkung der amerikanischen Verunsicherung dazu bei, dass die Kurse stärker sanken als in anderen asiatischen Ländern: „Der Devisenmarkt spiegelte die ‚Risk-off‘-Stimmung wider“, erklärte die ING Bank. Der zuletzt schwache Yen stieg gegenüber dem Dollar, weil Japan im Vergleich zu den USA etwas stabiler wirkt.
Japans Wirtschaft wächst leicht
Am Donnerstag meldete Japans Regierung zwar, dass ihr Außenhandelsdefizit im April wegen den steigenden Preisen für Rohstoffimporte auf 892 Milliarden Yen (6,6 Milliarden Euro) angeschwollen war. Dafür gab es aber am Mittwoch eine Überraschung: Japans Wirtschaft ist im vergangenen Quartal gegenüber dem vorherigen um 0,2 Prozent gewachsen. Ökonomen hatten schlimmeres erwartet.
Die Folge: Wurde der Yen gegenüber dem Dollar noch vor einer Woche mit über 130 Yen gehandelt, hatte der Kurs am Donnerstag kurzfristig 127 Yen erreicht. Dieser Anstieg traf besonders einige exportstarke Konzerne, die unmittelbarer von Wechselkursen beeinflusst werden als binnenmarktorientierte Unternehmen.
Je schwächer der Yen ist, desto größer werden durch die Umrechnung von Dollar-Beträgen die in Yen ausgewiesenen Bilanzgewinne aus dem Export oder dem Geschäft der Auslandsniederlassungen. Steigt der Yen, ist das Gegenteil der Fall.
Blick auf die Einzelwerte
Das Fahrradteile-Unternehmen Shimano sank zwischenzeitlich um bis zu 4,9 Prozent. Auch der Kurs des Technikkonzerns Murata fiel um 4,5 Prozent. Autobauer Nissan musste Einbußen von 4,2 Prozent hinnehmen und der Chipanlagenhersteller Tokyo Electron um 3,7 Prozent.
Dem Videospielhersteller Nintendo verbuchte zunächst Kursverluste von bis zu 0,5 Prozent, fing sich im Tagesverlauf und legte leicht um 0,1 Prozent zu. Dass der Kurs stabil blieb, dürfte mit der Nachricht vom Mittwoch zu tun haben, dass der Public Investment Fund einsteigt. Der saudische Staatsfonds kaufte mit drei Milliarden Dollar etwa fünf Prozent der Aktienanteile.