Weltwirtschaftsforum Davos: Offene Märkte mit neuen Regeln: Habecks Plan für die Wiederbelebung des Welthandels
Die Welt brauche eine Abkehr von der „ungezügelten Globalisierung“ der vergangenen Jahre, sie müsse „besser, fairer und nachhaltiger werden“, sagte Wirtschaftsminister Habeck am Rande des Weltwirtschaftsforums.
Foto: APDavos. Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck hat auf dem Weltwirtschaftsforum (WEF) vor einem weltweiten Konjunktureinbruch gewarnt – und als bestes Gegenmittel eine Förderung des Freihandels angemahnt. Es gebe derzeit mehrere miteinander verbundene Krisen, sagte der Vizekanzler: „die hohe Inflation, die Energiekrise, die Lebensmittelknappheit und die Klimakrise“. Würde keines dieser Probleme gelöst, drohe laut Habeck „eine globale Rezession“.
Die Antwort auf die Krisen seien allzu oft mehr Nationalismus und mehr Abschottung, sagte der Vizekanzler. Doch das sei der falsche Weg. Die beste Antwort seien offene Märkte, allerdings mit neuen Regeln: Die Welt brauche eine Abkehr von der „ungezügelten Globalisierung“ der vergangenen Jahre, sie müsse „besser, fairer und nachhaltiger werden. Nachhaltigkeit ist die Essenz von Handel, kein Nice-to-have“, sagte der Minister am Rande des Weltwirtschaftsforums dem Handelsblatt.
Einen spürbaren Abschwung erwartet auch der Internationale Währungsfonds (IWF). Zu den Hauptleidtragenden gehört demnach Deutschland. Wegen des Krieges in der Ukraine traut der IWF der deutschen Wirtschaft nur eine vergleichsweise schwache Erholung von der Coronavirus-Pandemie zu. Das Wachstum in Deutschland in diesem Jahr dürfte sich auf rund zwei Prozent abkühlen, teilte der IWF mit. 2021 waren es 2,9 Prozent.