Trendviertel 2022: „Betongold ist gerade in Zeiten hoher Inflation gefragt“ – Der Immobilien-Boom in München
Die teuerste Gegend liegt zwischen Schwabing und Olympiagelände. Im Schnitt waren 23,40 Euro je Quadratmeter Wohnraum zu zahlen.
Foto: Stone/Getty ImagesMünchen. Jetzt also auch noch Apple: Seitdem im vergangenen Jahr bekannt wurde, dass der US-Konzern mehr als eine Milliarde Euro am Standort München in sein „Europäisches Zentrum für Chipdesign“ investieren will, laufen in der bayerischen Landeshauptstadt wilde Diskussionen. Im Kern geht es darum, wie sehr ein geplantes 30.000 Quadratmeter großes Entwicklungszentrum in der Innenstadt und der Zuzug mehrerer Hundert Ingenieure den ohnehin schon lange heiß gelaufenen Immobilienmarkt weiter belasten könnten.
„Hochbezahlte neue Jobs ziehen weitere Preissteigerungen im Wohnungsbau nach sich“, erwartet Stefan Spilker, Geschäftsführer beim Projektentwickler Soravia. Schon jetzt sieht er Parallelen zu San Francisco, wo diejenigen, die sich die rasant gestiegenen Preise nicht mehr leisten können, ins benachbarte Texas auswandern.
So weit ist es in München noch nicht. Aber acht Dax-Konzerne, Zentralen von Google und Microsoft sowie eine Vielzahl sogenannter Hidden Champions halten die Preise schon lange auf höchstem Niveau. Die Preise und Mieten in München liegen seit Jahren so weit über dem Bundesdurchschnitt, dass die Stadt eine Sonderstellung am Immobilienmarkt einnimmt.